Ein Sommerspaziergang Phase 2

Ein Sommerspaziergang halt

By on Mai 31, 2017

Gestern wurde es sehr spät, denn ich weiß gar nicht, wie lange ich mit dem Föhn in der Hand da saß und versuchte, meine Schuhe trocken zu bekommen. Das ist der Nachteil, wenn quasi Sommer ist. Niemand hat noch die Heizung laufen. Das ist für Wäsche waschen und aufhängen schlecht und für Schuhe trocknen erst recht. Meine Socken durften heute am Rucksack hängend fertig trocknen.

Nach einem selfmade Frühstück starteten wir entsprechend auch erst um 8:30, dabei wollte ich eigentlich früher los, da wir am anderen Ende der Wanderung den vorletzten Bus um 17:16 erwischen wollten und so etwas macht immer etwas Stress. Ich erwartete zwar keine Hindernisse, aber es kann immer etwas sein.

Der wenige Schlaf in Kombination mit der körperlichen Müdigkeit, nach dem gestrigen doch nicht wenig anstrengenden Tag, machte sich anfänglich ein bisschen als Mangel an Motivation bei uns dreien bemerkbar. Ryoko machte ihre erste “ins Wasser leg” Pause bereits nach 15 Min in einem Kanal!

Für diese Bedingungen war der Spaziergang einfach perfekt: keine Monster, keine Ungeheuer, keine Riesen, tolles Wetter, abwechslungsreiche Wege, immer wieder ein Plätzchen, um sich ins Wasser zu legen bzw. die Pfoten abzukühlen und sogar ein paar kleine Schneefelder für Ryoko zum Auszucken. Spannend blieb es vor allem, weil wir nie wussten was als nächstes hinter dem nächsten Hügel, hinter der nächsten Kurve auftaucht und ob ein Schneefeld kommt oder nicht. Immer wieder sagte ich zu mir “bitte heute keine Schneefelder” … oder zumindest dann wieder eine Unterkunft mit Föhn.

Pünktlichst um 12:00 waren wir dann bei dem geschlossenen Refugio. Mit dem Pächter hatte ich vor zwei Tagen telefoniert, als ich auf der Suche nach einer Unterkunft war. Sie haben im Moment nur am Wochenende offen und im Winterraum dürfen keine Hunde schlafen, aber er gab mir zumindest die Auskunft, dass mich maximal ein 30m Schneefeld erwartet. Auf dem Weg von Isola zur Schutzhütte stimmte das auch. Über den Pass waren es etwas mehr, aber alles kein Problem, manche davon waren sogar schon vorausgetreten und meine Schuhe waren kein bisschen nass.

Als wir dann den Pass passierten und wieder in der Schweiz waren, blickten wir in das kommende Tal Richtung Interferra, dem heutigen Zwischenziel entlang eines 10km langen wunderschönen Wanderweges. Also drehte ich Koomi ab, nahm die Stöpsel aus den Ohren und genoss 3h Wanderung, begleitet vom Rauschen der Wasserfälle, Lachen der Murmeltiere und Zwitschern der Vögel.

Es ging sich so gut und wir waren so flott, dass wir den Bus um 15:16 nahmen. Der Plan war, in Cresta auszusteigen und die schöne Alte Averserstrasse zur heutigen Unterkunft zu spazieren. Die Hunde streikten aber, also brachte ich sie mal in die Ferienwohnung – jap heute haben wir drei Zimmer und ein Bad zur Verfügung. Alistair, die Vermieterin, war so begeistert, dass ich noch diese kleine Wanderung anhängen will, dass sie mich von ihrem Lebensgefährten zum Anfang hinbringen ließ, anstatt mich mitm Bus fahren zu lassen.

Um 19:00 war ich dann nach einem doch langen Tag sehr froh über die große, ausgestattete Küche für die Raubtierfütterungszubereitung und die Badewanne für mich.

Morgen steht uns leider wieder eine Weltreise bevor, denn die nächste Stage ist von dieser Seite aus nicht machbar, da sind sich alle einig. Also geht es mal mitm Bus ins nächste Tal.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 25,5
überwundene Höhenmeter: 1260 bergauf / 910 bergab
höchster Punkt: 2294m – Passo di Emet
tiefster Punkt: 1250m – Isola
Stunden unterwegs: 8,5

absolvierte Stages: 2
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten:
davon Übernachtung:
Essen für Tiere:
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Bed And Breakfast Casa San Gallo
Route auf Komoot
Route Alte Averserstrasse auf Komoot

Route

Route Alte Averserstrasse

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12 Comments
  1. Antworten

    Martin

    Juni 1, 2017

    Na dann schaumamal, ob es Dir mit der Angabe bei der Dreiwasserscheide besser geht als mir 🙂

    In Maloja habe ich gecampt, aber am nächsten Tag, also wenn du über den Muretto drüberkannst, gibt’s in Chiareggio neben der Kirche ein Cafe, die sehr günstig einfache Zimmer hergeben (20 Euro statt den ortsüblichen ~50).

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Juni 1, 2017

      hi,

      jap, ich habe ganz große Fragezeichen in meinen Augen … schauen wir mal ob die Analyse der Fotos was bringt 🙂

      Danke für den Tipp, allerdings wage ich es zu bezweifeln, dass es hier weiter geht 🙁
      Aber irgendwann muss ich trotzdem nach Chiareggio, dann schau ich mir das Cafe an.

      Liebe Grüße, Ania.

      • Antworten

        Martin

        Juni 2, 2017

        Spontan-Mystery:

        Finde

        “ün pö de tütt”

        … und dokumentiere den Fund mit einem Foto.

  2. Antworten

    Volker Rinner-Hänsel

    Juni 1, 2017

    Bin ich nicht der einzige, der nicht allen Gedankengänge des Paten zur Gänze folgen kann. Das beruhigt mich!

    • Antworten

      Suywen

      Juni 1, 2017

      Die heutigen Kommentare lassen mich ja jetzt schon schmunzeln… nicht jeder hat das passende Wörterbuch…. 😉

      • Antworten

        Volker

        Juni 2, 2017

        Und nicht jede/r hat die Möglichkeit diese Sprache aus nächster Nähe zu studieren!
        Lg Volker

        • Antworten

          K2

          Juni 2, 2017

          Hallo Volker.

          Du meintest wohl: “Und nicht jede/r ist so gestraft, diese Sprache aus nächster Nähe studieren/ertragen zu müssen !” 😉

          Schöne Grüße
          K2.

          P.S.: Evtl. ist das aber auch eine kulturelle Sache, wo – ohne Ania, Volker, Martin & Co zu nahe treten zu wollen – eben die Spezialitäten von Österreichern (oder wie im nächsten Artikel von Ania geschrieben mit den Schweizern – sie versteht kein Wort, wird aber immerhin verstanden – praktisch genauso wie es Euch mit dem Owner geht … *lol*):
          Wir waren vor Ostern z.B. in Vorarlberg und haben richtig tollen Cache gemacht. Er hatte aber einfach einen Fehler. Mathematisch (also in Form einer lingua franca) gesehen ist das nicht anders zu bewerten. Den Hinweis darauf quittierte der Owner mit der Aussage, wir hätten wohl schon Recht (Überraschung ! :-), aber “das sei dort so üblich” – kein Wunder, daß dann ein paar Österreicher bei einem anderen höchst hohen Cache (Volker kennt ihn) versagen, aber nach 10 Jahren (und x Funden) meinen, da sei doch nun aber wirklich ein Fehler drin. FAST … 🙂

          • Martin

            Juni 2, 2017

            By the way: Was ist eigentlich mit Deinen Landsleuten – haben die seit Fräulein Menke denn Angst vor hohen Bergen?

      • Antworten

        Suywen

        Juni 2, 2017

        Hier noch der Link zur passenden Literatur:
        https://s3.amazonaws.com/gs-geo-images/565a856e-3165-4e46-8127-0f8388588d21.jpg
        (erlaubtes Hilfsmittel)

        • Antworten

          Martin

          Juni 2, 2017

          Das sagst ma jetzt!

        • Antworten

          weltraumaeffchen

          Juni 2, 2017

          gibt’s den auch fürs kindle 🙂

          • Volker

            Juni 3, 2017

            Lol

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Höhe statt Ferne

zur Story

 

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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