Ein Sommerspaziergang Phase 1

Weiterwandern mit Hunden …neue Erkenntnisse, Probleme, Erfahrungen

By on Mai 3, 2017

Das Luxusleben von gestern ging am Vormittag weiter, denn Frühstück gab es erst ab 7:30 … wie schade. 🙂

Nachdem die heutige Tour nur 5h dauern sollte, beschloss ich den Tag hier gemütlich zu beginnen und erst um 12:00 los zu gehen.  Der Wecker läutete demnach erst um 6:30 und obwohl das Zimmer straßenseitig war, hat man keine vorbeifahrenden Autos gehört, kurz gesagt habe ich super geschlafen.

Aus 12:00 wurde dann 13:00, aber wir hatten ja keinen Stress, dafür gleich die erste neue Erkenntnis – am Nachmittag weggehen kann gar nichts. Wir waren alle drei nicht sehr motiviert. Die Pupsen dachten sich wahrscheinlich heute ist Entspannungstag angesagt und sie müssen gar nicht  mehr wandern.

Leider war es dann kein Entspannungstag. Ich wunderte mich schon die ganze Zeit warum Koomi für eine 10km Strecke 5h veranschlagt. Die ersten 7km waren auch echt kein Problem und gingen flott. Abwechslung schufen zwei Geocaches, von denn einer ein Earthcache (*) war – das Meerauge. Es ist wirklich ein wunderschöner Anblick – intensiv blaues Wasser, das ich ohne dem Cache nicht gesehen hätte.

Dann wurde es zum ersten Mal auf dieser Reise ernst. Und zum ersten Mal hatte ich echt Zweifel, ob die Wuffis das schaffen.

Zuerst kamen wir über ein hartes, steiles Schneefeld. Ryoko ist gleich auf dem ersten Meter ausgerutscht und wollte nicht weitergehen. Aber das Fliegengewicht konnte ich einfach am Brustgeschirr oben nehmen und ein bisschen weiter schubsen. Vaishavi hatte auch Bedenken, aber als ich mich dann sozusagen zwischen sie und den Abgrund gestellt habe, war es für sie ok. Erste Hürde gecheckt.

Eine hohe Stufe war als nächstes dran. Da musste ich wirklich beide Hunde drüber heben und war echt froh über die Brustgurte.

Die Weideviehsperre war dann quasi schon ein Klacks. Für Menschen ja kein Problem, wenn man etwas gelenkiger ist, hebt man das Beinchen hoch und steigt drüber. Aber wie sollen das die Vierbeiner machen? Auch hier musste ich anpacken und selbst auf der Überquerung balancierend auch noch zwei Hunde drüber heben. Ich weiß, ohne Fotos kann man sich das nicht vorstellen. War jedenfalls schwierig.

Und dann kam der Stinzesteig. Am Anfang warnte ein Schild „Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“, da dachte ich mir noch nichts dabei. Ist immerhin ein Wanderweg vom Alpenverein, kann ja nicht so schlimm sein.

Und dann kamen die Seilabsicherungen, Stufen, leiterähnlichen Abstiege  … wie soll da ein Vierbeiner ohne Hände drüber?

Aber offenbar war meine Nervosität, Unsicherheit und Panik das größte Problem, denn beide Hunde schafften den Steig mit links. Naja .. ok das ist jetzt übertrieben. Ich half das eine oder andere mal mit, indem ich sie am Gurt haltend unterstütze und auch mal Ryoko am Hintern anstupste, als sie nicht weiter kam oder ausrutschte. .. pff im Nachhinein betrachtet war das Stückchen echt heftig. Es hätte nur eine von uns ausrutschen müssen und da alle aneinander hingen … beim nächsten Mal werde ich zusätzlich die Karabiner und Seilschlingen in die Seilabsicherung einhängen.

Aber es hat sich ausgezahlt. Die Aussicht, heute mal nicht im Nebel verschleiert, war echt toll. Zuerst die Berge von weit weg mit viel Respekt betrachten und dann quasi mitten drinnen sein.

Die Klagenfurter Hütte war dann hinter dem 7. Gipfel oder so, ewig hat sie auf sich warten lassen. Und als wir sie endlich erblickten, war sie ganz dunkel. Mein nächster Panikgedanke, oh Gott hoffentlich hat die überhaupt offen. Ich hab zwar reserviert, aber wer weiß. Dann bog ich ums Eck und sah das Mountain Bike von Charlie und mir wurde leichter ums Herz. Nicht nur, dass offen sein musste, auch ein bekanntes Gesicht zu sehen, täte gut.

Für die Strapazen wurden die Pupsen mit leckerem Suppenrindfleisch belohnt und ich mit Radler, Café Latte, Kärntner Reindling, … ja und dann viel Wein und Schnaps … ahja und ganz vielen Manner Schnitten. Heute war ein Tag der Sünden.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 11,2
überwundene Höhenmeter: 1080
höchster Punkt: 1710m – irgendwo am Stinzesteig
tiefster Punkt: 710m – Deutscher Peter
Stunden unterwegs: 5

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten: 63,20
davon Übernachtung: 34,-
Abendessen: 14,20
Essen für Tiere: 15,-
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Klagenfurter Hütte
Route auf Komoot

Route

Begriffsklärung
Earthcache – ist ein Cache ohne Dose und Logbuch. Die Koordinaten führen zu geologisch interessanten Orten, an denen etwas über die Entstehung und den Aufbau der Erde, ihre Gesteinsformen und die Wandlungen der Erdkruste und ihrer Gesteine durch die Zeit erfahren werden kann.
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1 Comment
  1. Antworten

    baugue, Günter

    Mai 4, 2017

    Wow hab ich schon vor dem Wow Foto gesagt.
    Herrlich!

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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