Höhe statt Ferne

Hoch statt Weit

By on Juni 27, 2018

Es ist so schwer, die Prioritäten richtig zu setzten.

Nein, eigentlich ist das falsch. Es ist ganz leicht, nur bleiben dann manche Dinge auf der Strecke, die einem zwar auch wichtig sind, aber nicht so prior. Wie das Loggen oder das Bloggen. Ich weiß gar nicht wie oft ich angefangen habe, etwas zu schreiben. Manche Beiträge waren sogar fertig, gingen aber nie online. Bei manchen fehlten die Fotos, ohne deren sie aber nicht komplett waren. Andere hörten mitten im Satz auf.
Aber je näher mein neues Bergabenteuer kommt, desto größer ist das Bedürfnis, das Erlebte nieder zu schreiben. Die Eindrücke sind so überwältigend, dass man versucht, diese für länger aufzuheben, um länger davon zehren zu können, sei es mit Fotos oder mit Text. Dabei ist das gar nicht notwenig, denn all das Erlebte bleibt einem auf ewig. Auch ein Jahr später blitzen immer wieder Bilder von meinem Graz-Monaco-Spaziergang im Gedächtnis auf und erinnern mich an dieses tolle Abenteuer.

Der wahre Grund warum ich all das aufschreiben wollte, ist mir erst vor kurzem bewusst geworden. Ich möchte das Erlebte nicht nur für mich behalten, ich möchte es teilen, mit meiner Familie, mit meinen Freunden und mit der Geocaching- und Weitwander-Comunity. Vor allem aber möchte ich es mit Tom teilen. Und als klar wurde, dass er mich auf mein Bergabenteuer 2018 nicht begleiten wird, fing ich diesen Artikel an.

Aber alles der Reihe nach.

Am 24.06.2017, also ca. genau vor einem Jahr, wanderte ich, begleitet von meinen zwei treuen Akitadamen, Vaishavi (damals 9,5) und Ryoko (damals 2,5), sowie Thomas, dem deutschen Schweizer, den ich auf meiner 100-tägigen Alpenüberquerung kennen lernen durfte und der mich 2x je eine Woche begleitetet und nun fixer Bestandteil meiner Bergabenteuer wurde, an dem Monte Rosa Gebirgsmassiv vorbei. Wir übernachteten im Rifugio S. Ferioli und hätten fast einen wunderbaren Sonnenaufgang am Corno di Mud (2700m) gesehen, wenn da nicht die Wolken gewesen wären. Dort war es auch, wo sich Vaishavi die Pfote verletzte und schwer humpelnd nicht weiter wandern konnte. Die Hilfsbereitschaft und Aufopferung der Bergmenschen, wie Marco sich selbst bezeichnet, war unglaublich. Davis, mit Unterstützung von Thomas, trug Vaishavi Huckepack 3,5h ins Tal nach Alagna hinunter!

Dieser Ort, dieser Berg, diese Menschen haben es mir angetan und es wurde bald klar, dass es mich wieder in diese Gegend ziehen wird.
Nicht nur wegen dem Ort, wegen den Leuten, wegen dem verpassten Sonnenaufgang, wegen den Bergen, aber auch wegen DEM Berg. Der höchste Gipfel im Monte Rosa Gebiet ist die Dufour Spitze mit 4634 m – ein 4000er also, mein 4000er. 😉

Von Zielen und Herausforderungen.

Man setzt sich immer wieder neue Ziele. Man braucht immer wieder neue Herausforderungen. Man ist vielleicht zu allgemein, aber ich – ja, ich definitiv.
Nach dem „1500km/80000HM/100Tage“ – Sommerspaziergang von Graz nach Monaco kristallisierte sich bald ein neues Ziel heraus. Bereits auf der Rückreise von Monaco wollte ich in Alagna wieder vorbei fahren und schnell mal einen 4000er besteigen. Damals war ich der Meinung, ich kann alles schaffen, wenn ich nur will. Ok, der Meinung bin ich immer noch. Aber schnell mal einen 4000er besteigen war nicht. Da gehört schon ein bisschen mehr dazu.
Dafür wurde schnell mal mit knapp 8 Wochen Vorbereitungszeit ein Marathon gelaufen und das in unter 4h! Da war ich schon sehr genau, nämlich in 3h 59 min und 58 sec. 😉Sehr passend, tat ich das am 8.10. in Graz. Die Geschichte schulde ich Euch noch.

Dann kam aber der Alltag und die Ziele und Träume verblassten.
Der Sommerspaziergang hinterließ trotzdem seine Spuren. Die Sehnsucht nach den Bergen wuchs mit jedem Tag, an dem ich von ihnen weg war. Nur zitzerlweise bekam ich davon zu spüren:

  • während eines tollen Oktoberurlaubs, in dem wir auch Thomas in der Schweiz besuchten und gemeinsam den Pilatus erklommen
  • beim Schneeschuhwandern am Feuerkogel, ein sehr naher, unbekannter, aber wunderschöner kleiner Geheimtipp
  • mit Kai und Martin beim Weitwandertreff in Wien, als Kai für den Zentralalpenweg und Martin für alle 10 österreichischen Wanderwege geehrt wurde

Das Leben hat aber so viel mehr zu bieten, dass das nächste Weitwanderabenteuer jetzt mal ein bisschen warten muss. 2018 gibt es eine ganz andere Herausforderung für Tom, Vaishavi, Ryoko und mich … wir bekommen hoffentlich Nachwuchs. Um genau zu sein, Ryoko bekommt hoffentlich Nachwuchs. Auch ein großer Traum von mir, den ich seit Vaishavi erwachsen wurde unerfüllt verfolge, nämlich einmal Welpenmama zu werden. Ryoko wurde am 11.6. mit Yamato verpaart und wer weiß, vielleicht wird heuer dieser Traum wahr. Mehr wissen wir in zwei Wochen und dann gibt es hier auch die ganze Geschichte. Bis dahin halte ich meine Vorfreude noch etwas im Zaum, denn die Enttäuschung wäre zu groß. Da sich aber deswegen unser Kalender und Jahresplan nach Ryoko richtete, war klar, dass ich heuer mal nicht einfach so weg kann.

Aber warum Weitwandern, wenn man Hochsteigen kann?

Irgendwo ganz weit hinten in meinem Hinterkopf war diese Idee mit dem 4000er, aber so tief vergraben, dass ich es gar nicht mehr wusste. Bis am 3.2.2018 eine SMS von Volker diese wieder wach rüttelte: „Hi Ania, meine Sommerpläne werden konkreter. Ich starte am 22. Juli in Stresa und werd am 28. Juli in Alagna sein. Wie schaut’s aus mit deinen/euren 4000er Plänen?
Lg Volker“
Mehr hab ich nicht gebraucht! Es war sofort klar: Ende Juli 2018 besteige ich MEINEN 4000er.

Mit von der Partie ist

  • klarerweise Volker:
    der Steirer, der Graz-Monaco in Etappen absolviert und den ich bereits auf meinem Rückweg am Lago Maggiore persönlich kennen lernen durfte. Auch bei meinem Posto Tappa Event gab er mir die Ehre zu Gast bei uns zu sein, gefolgt von einem gemeinsamen Nachtcache in Mödling … nächstes gemeinsames Ziel also der 4000er.

  • Thomas:
    wie gesagt, eine Fixperson bei meinen Bergabenteuern, denn er teilt die gleiche Sehnsucht nach Gipfeln, wie ich. Unfairerweise hat er davon gleich mal ein paar in greifbarere Nähe
  • Marco:
    aus dem Rifugio S. Ferioli, der mich aus heiterem Himmel am 1. Juni kontaktierte, ob ich denn immer noch von dem 4000er im Monte Rosa träume. Wenn ja, dann würde er uns führen!


Und so begann die Planung und das Training!

Aber jetzt wird mal ordentlich Geburtstag gefeiert. 🙂

zum Nachlesen

22.06.2017 – Kennenlernen mit Thomas
24.06.2017 – Marco vom Rifugio S. Ferioli
25.06.2017 – Davis und Thomas tragen Vaishavi nach Alagna
04.07.2017 – Thomas stosst nochmal zu mir
04.08.2017 – Treffen mit Volker in Bellinzona
05.08.2017 – Treffen mit Volker in Bellinzona

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