Höhe statt Ferne Vorbereitungen

Vorbereitungen: Teil 1 – Training

By on Juni 30, 2018

Mein Sommerspaziergang 2017 war ja doch etwas unvorbereitet, spontan und blauäugig, aber mit einem fleißigen Schutzengel, flexiblem Support von der Homebase (=Tom), informativer 24h Hotline (=K2) und tatkräftiger Motivation der Blogleser kam ich heil und gesund in Monaco an.

Für das Monte Rosa Projekt standen 6 Monate Vorbereitungszeit zur Verfügung, möge man glauben. Die vielen Hobbies, Aktivitäten, Projekte reduzierten diese Zeit aber drastisch. Zumindest für die körperliche Fitness habe ich aber versucht zu sorgen.

7 Min

Seit Jänner 2017 mache ich mein tägliches 2x 7 Min Workout und bis auf ein paar Ausnahmen halte ich daran fest, egal ob genug Platz, Zeit oder Motivation da ist oder nicht. So wurde beispielsweise auch schon mal die eine oder andere Campingplatz Sanitäranlage zu meinem Fitnessstudio. Die beste Uhrzeit für das Training ist direkt nach der täglichen Runde mit Vaishavi und Ryoko. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man am Vormittag alles abhaken kann:

  • 60 Min Yoga checked,
  • 2h Gehen checked,
  • 15 Min 7Min checked.

Manchmal geht es sich aber nicht direkt danach aus. Da kann es dann schon passieren, dass der einzige Zeitpunkt vorm Schlafengehen nach einer Party mit etwas Blutalkohol ist, oder nachdem ich gerade den 2ten Platz beim Tullner Rosenarcadenlauf gemacht habe, oder nachdem wir 9h im Klettersteig gehängt sind. Was sein muss, muss sein. 🙂 Für mich ist diese Kontinuität ganz wichtig. Denn einmal eine Ausnahme wird gleich mal zur Routine. Nach dem Graz Marathon habe ich eine Woche gebraucht, um keine Ausrede mehr finden zu können, warum ich das Workout nicht mache. Tom ist da ganz anderes, er macht mal mit, mal nicht. Zu meiner Freude ist er aber immer öfters dabei.

Die Statistik sagt, dass ich seit Jänner 2017

  • 1124 x 7Min gemacht habe, sprich 562 Tage
  • davon 110 Tage am Stück ohne Unterbrechung … das war beim Sommerspaziergang
  • das sind 7166 Min Workout

Klettern

Ob in der Halle oder im Fels, ob gesichert oder nicht, ob Top Rope oder Vorstieg, ob Sportklettern oder Klettersteig – die Kletterleidenschaft haben Tom und ich letztes Jahr für uns wiederentdeckt und heuer schon sehr intensiv verfolgt. Eines meiner unnatürlichen Lieblingsgeräusche ist das Klimpern von Expresschlingen – unnatürlich, weil nichts gegen die Stille der Berge, das Pfeifen des Windes, das Zwitschern der Vögel oder das Rauschen des Wasserfalls geht. Letztes Jahr war ein Wasserfall nichts mehr besonderes. Heuer lechze ich nach dem Plätschergeräusch!

Der erste Klettersteig, den wir 2018 bewältigt haben, gehörte zu den ToDos, die während meiner Wanderung entstanden sind. Als der schwerste in Kärnten wird der Türkenkopf Klettersteig (D/E) in Bad Eisenkappel geführt – 800m Seil auf 290HM mit sehr schöner Aussicht. Letztes Jahr saß ich hier zwei Tage fest und traute mich auf Grund der starken Regenfälle nicht weiter gehen. Ein kurzer Spaziergang mit den Hunden führte mich zu der Einstiegstelle dieses Klettersteigs. Aber natürlich gehörte ein Klettergurt nicht zur Weitwanderausrüstung und schon gar nicht das Klettersteigset. Also musste dieser und der dazugehörige T5 Cache warten. Kurz flammte die Hoffnung auf, ihn doch machen zu können, als ich Fixi kennen lernte, einen Bergretter, der mit mir die Klettersteige gehen wollte, mich dann aber doch versetzt hat.

Auf den Spuren meiner Wanderung

Während unseres Aprilurlaubs konnte ich nicht nur diesen Klettersteig nachholen. Ich habe auch Fam. Mörth wieder getroffen, vom ersten Gasthaus, in dem ich allein übernachtet habe. Sie waren sehr angetan von meiner Geschichte, deren Anfang sie live miterlebt haben, zu hören und wir verbrachten in Soboth zwei sehr schöne Tage, einen davon begleitet von Silva, Angela und Helge. Danach ging es noch zum Morchelwirt, wo wir mit Jan, Irmi und Novi einen Gipfel absolvierten, den ich bei meiner Wanderung ausgelassen habe. Es waren tolle, abwechslungsreiche 18 Tage mit einem sehr hohen Aktivitätslevel. In der maximalen Ausprägung kamen wir innerhalb von 24h auf 1h Yoga, 2x 7 Min, 2h Wandern, 1h Laufen, 2,5h Klettern, a bissi Baumcachen und a bissi Schwimmen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man ins Bett geht und die Muskeln melden sich, weil man etwas getan hat, anstatt der Gelenke, weil man alt ist. 🙂 Auch Höhlenforschen und SUPen, zwei neue Hobbies standen im Vordergrund, sind aber weniger Vorbereitung für eine Gipfelbesteigung, machen aber auch mega Spaß.

Warum in die Ferne, wenn das Schöne doch so Nah

Nach einer sehr anstrengenden, aber hoffentlich fruchtreichen Reise nach Alpen, Deutschland, wo wir Ryoko haben decken lassen, wollten wir nochmal ein Wochenende weg. Schön wäre es mit Jan, Irmi und Novi in Obertauern zu wandern, aber da wir gerade erst 2x 1000km mit dem Wohnmobil zurückgelegt haben, suchten wir ein näheres Ziel und entdeckten das Gesäuse bzw. den Leoplodsteinersee – einen Geheimtipp mit tollen Wander- und Klettermöglichkeiten. Dort machten wir die erste ernstzunehmende Bergwanderung und hätten fast einen 2000er mitgenommen. Fast deswegen, da das letzte Stück ein gesicherter Klettersteig war und das natürlich für die Pupsen nicht gangbar war. Es hätte zwar einen anderen Weg auch gegeben, aber die uns entgegenkommenden Wanderer meinten, dass er durch Nebel und Regenfälle der letzten Tage und allgemein eigentlich auch nicht wirklich so toll wäre. Tom war eh schon sehr skeptisch, was die Ausgesetztheit und Gehbarkeit des Pfades anging und so beschlossen wir, den Gipfel zumindest nicht gemeinsam zu erklimmen. Und da war sie wieder, die Zwickmühle. Es bestand noch die Möglichkeit, dass Tom mit den Wuffis zurück zum Buchsteinhaus geht und ich mir den Gipfel samt T5er hole. Ich kletterte ein Stück den A/B Klettersteig rauf, bis mein Altometer 2019 m anzeigte und … drehte um. Ich habe mein persönliches Ziel erreicht, ich war über 2000m. Den Gipfel wollte ich nicht ohne Tom erklimmen und der Cache, zum greifen nahe … nun ja, von diesen Zwängen hat mich Graz-Monaco geheilt und ich übe mich in Geduld. Irgendwann hole ich mir dieses Döchen noch. 🙂 So wanderten wir gemütlich wieder bergab, kehrten nochmal auf ein wärmendes Supperl ein und genossen einen gemütlichen Abend am Campingplatz.

Geheimtipp

Am Rückweg vom Gesäuse blieben wir am Leopoldsteinersee stehen, wo wir zuerst einen Multi um den See machen wollten. Um den See gegangen sind wir, tolle Fotos gemacht haben wir, den Multi … den holen wir das nächste Mal. 🙂 Danach durften die Pupsen im Wohnmobil gemütlich mützen, während Tom und ich zwei geniale Klettersteige und einen Gipfel absolvierten. Es war eine sehr anstrengende Tour, immerhin fast 900HM quasi senkrecht am Drahtseil hinauf, mit teilweise D/E und nur E Stellen. Nach 3h war der erste T5er seit langem dann aber geloggt und es ging zum zweiten. Ein sehr kurzer Klettersteig, dafür senkrecht durch eine Höhle hinauf! Und damit wir ihn etwas länger genießen konnten, sind wir gleich mal beim Cache vorbei geklettert und mussten nochmal zurück. Danach kam dann noch der  krönende Abschluss: das Gipfelkreuz mit tollem Ausblick auf den Erzberg, der immer als rote Pyramide aus der Landschaft hinaus sticht. Da die Hunde da dann doch schon sehr lange allein im Wohnmobil warteten, stiegen wir quasi laufend ab, aber das sind wir ja noch vom Piemont gewohnt. Und da kam dann die Schlüsselstelle – ein leicht ausgesetztes Geröllfeld. Wir waren müde, unkonzentriert und hatten es eilig. Eine sehr schlechte Komibination, die dazu führte, dass wir beide Bodenkontakt hatten. Prinzipiell ja kein Problem, nicht mal Abschürfwunden trugen wir davon. Aber bei Tom hat es Klick gemacht. Hier ist nichts passiert. Aber auf über 4000m, mit steilen Hängen,  auf Gradwegen, im Eis, …. das ist nichts für ihn. Ab da war klar, dass ich mein Monte Rosa Abenteuer ohne meinem Schatz erleben werde.

Manches gehört einem ganz allein

Die Hirnwindungen fingen an zu rattern, die Zweifel kamen auf. Gerade gestern erst habe ich im Klettersteig am Weg zum Gipfel umgedreht, da ich das nicht ohne Tom erleben wollte.Und jetzt soll ich meinen 4000er allein besteigen? Aber das war eben immer schon MEIN 4000er, nie Toms.  Den Klettersteiggipfel holen wir uns sicher noch zusammen und werden die Aussicht vom großen Buchstein gemeinsam genießen. Den 4000er wird Tom nie machen. Wenn ich das also durchziehen will, dann muss ich da allein durch. Aber das stimmt ja gar nicht. Ich habe Thomas, Volker und Marco und ein tolles Abenteuer vor mir, das ich durch den Blog mit Tom teilen kann! Natürlich werde ich es durchziehen, denn manches kann und darf man auch getrennt machen. Und ich freue mich schon riesig darauf. Auch wenn der Respekt vor dem Berg groß ist!

Finschtere Tal

Das erste Mal Gletscherluft werden wir dieses Wochenende schnuppern. Wir sind gerade im finschteren Tal angekommen, wo wir heute Abend Kai, Annette und Thomas getroffen haben! Ich wollte zu Trainigszwecken unbedingt einen 3000er besteigen und das finschtere Tal hat sogar zwei zu bieten! Die Spannung steigt also, wie werden wir uns in dem für Thomas, Tom und mich neuen Gelände zurechtfinden?

Tagesstatistik 16.06.2018
zurückgelegte km: 16,1km
überwundene Höhenmeter: 1400 bergauf / 1400 bergab
höchster Punkt: 2019m – im Klettersteig vorm Großen Buchstein (2224m)
tiefster Punkt: 580m – Campingplatz
Stunden unterwegs: 7h
Route

Fotos

Werden nachgereicht

Tagesstatistik 17.06.2018
zurückgelegte km: 8,89km
überwundene Höhenmeter: 1150 bergauf / 1130 bergab
höchster Punkt: 1750m – Hochblaser
tiefster Punkt: 630m – Leopoldsteinersee
Stunden unterwegs: 9h
Gipfel: 1
Klettersteige: 2
Route

Fotos

Fotos 16.06.2018 – fast ein 2000er
Fotos 17.06.2018 – zwei Klettersteige und ein Gipfel

zum Nachlesen

22.06.2017 – erste Nacht allein in Soboth
26.04.2017 – Morchelwirt
22.06.2017 – Bad Eisenkappel
22.06.2017 – Fixi
20.05.2017 – finschtere Tal

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