Alltag Ein Sommerspaziergang Phase 1

Der Alltag einer Weitwandererin mit zwei Hunden …

By on April 24, 2017

… zumindest so, wie er sich nach dem ersten Tag komplett alleine heraus kristallisiert.

Zu Beginn aber das Wichtigste: heute war ein guter Tag! Ryoko hatte ganz normalen harten Stuhl, Vaishavi hat endlich gegackst, zwar weich, aber immerhin und das Wetter war perfekt, leicht bewölkt und nicht zu heiß.

Leider war aber der Weg von Soboth nach Lavamünd nicht sehr spannend, einfach nur durch den Wald rauf auf den Berg und auf der anderen Seite wieder runter.

Was spannend war oder für mich noch ist, das war nun der erste volle ganze Tag als Weitwanderin mit zwei Hunden. Und es scheint sich folgender Alltag heraus zu kristallisieren:

1) Yoga

je nach geplanter Streckenlänge läutet der Wecker zwischen 4:30 und 6:00. Heute war es 5:30, morgen stelle ich ihn auf 4:30, da ich noch ne Stunde früher weg will. Während die zwei Schnarchnasen nicht mal aufschauen, geschweige denn sich bewegen, grüße ich die Sonne und mache 50 Minuten Yoga. Ich bin sehr froh, dass wir heuer damit angefangen haben. Es ist genau der richtige Ausgleich zum Wandern. Alles wird nochmal gedehnt und gestreckt und auf den harten Tag vorbereitet. Was mir noch nicht so ganz gelingt ist, während der Übungen komplett abzuschalten. Zu sehr beschäftigt mich was kommt, aber das wird noch … steht sozusagen auf der “to achieve” Liste.

Danach ziehe ich mich an. Das dauert im Vergleich zu zuhause deutlich kürzer, gut, die Auswahl ist auch nicht sehr groß. Ein kurzer Blick auf die iPhone Wetter App sagt mir: Unterhöschen, Socken, Softshellhose, langärmliges Shirt, Weste und das wichtigste: Schal. Ich gehe auch zuhause nie ohne Schal ausser Haus. Dort mehr ein Accessoire, hier ein wichtiges Kleidungsstück: kann als Haube, Schal, Sonnenschutz, Haarband, Haarreifen und zum Draufsetzen verwendet werden.

Was deutlich länger dauert, ist das Verpacken meiner 1,60m x 61cm x 1,5mm Yoga Matte in ein 3l Ziploc – heute 15Min!!. Das muss schneller gehen!

2) Frühstück

Die Wuffis dürfen noch ne Runde mützen während ich meinen Koffeeinbedarf decke. Nebenbei gab es heute auch ganz leckere Sachen und uuur viel. Die Gastwirtin hat auch gleich Alufolie hergerichtet und gemeint, dass ich am Berg oben nichts bekomme und mir deswegen Brote mit auf den Weg machen soll. Wie gesagt, so auch getan.

Auch hier habe ich mich ein bisschen verplaudert und konnte den Zeitplan nicht einhalten. Das muss aber auf keinen Fall schneller werden, denn es war sehr nett. Ich muss mir allerdings eine plausible Erklärung für die Wahl der Route von Graz Richtung Monaco einfallen lassen und warum es nicht der Jakobsweg ist. Das Ausholen ins Geocachen ist einfach zu lang und für Hüttenwirte vielleicht nicht ganz so klar.

3) Gehbereit machen

Das bedeutet den Rucksack wieder packen, denn er muss eigentlich bis auf ganz wenig Sachen immer ganz ausgepackt werden. Auch da brauch ich noch mehr Übung, aber das hat ja Zeit, ganz viel Zeit 🙂

Dann wird die Strecke nochmals angesehen, die Wegpunkte für Geocaches und Stages gesetzt und die Wasserversorgung für die Wuffis auf komoot gecheckt bzw. mit Hüttenwirten abgesprochen. Dementsprechend wird Ryokos Rucksack bzw. ihre Wasserflaschen aufgefüllt. Heute hatte sie unnötige 2x300ml mit, aber die Wirtin war sich nicht sicher, ob nach dem Gipfel noch Wasser kommt.

Was Geocaches und Stages des Graz-Monaco Multis betrifft, war die heutige Strecke super öd: null!

4) Wandern

Der Punkt nimmt natürlich die meiste Zeit in Anspruch, heute nicht ganz 6h und setzt sich zusammen aus:

  • 20% Hundeleinen entwirren
  • 20% Ryoko samt Leine aus irgendeinem Gestrüpp befreien
  • 10% Zecken von den Hunden runterklauben
  • 5% Ryoko zum Weitergehen motivieren (nicht weil sie nicht mehr kann, nur weil sie stur ist)
  • 5% Ryoko daran hindern, einem Reh, Eichkatzerl, Vogel nachzujagen
  • 5% Wassertrinkpausen für die Wuffis
  • 15% Fotos machen, wobei die Frequenz gegen Ende den Wanderung sinkend ist und man dann schon drei Mal überlegt, ob sich das auspacken der Kamera wegen des Wasserfalls wirklich lohnt
  • 5-15% Rast machen, je nach Streckenlänge – heute war es nur eine kurze, wo ich meine Brote gegessen habe
  • ja und der Rest ist Wandern

5) Ankommen

Am jeweiligen Tagesziel angekommen, werden zuerst mal die wichtigsten Infos geholt:

  • ab wann gibt es Frühstück
  • und wie lautet das WLAN Passwort

und dann die Rucksäcke im Zimmer abgelegt.

6) Raubtierfütterung

Das bedeutet zuerst auf Jagd gehen. Während die Wuffis schon im Ruhemodus im Zimmer blieben, bin ich nochmal raus den obligatorischen Cache holen und zum Billa Fleisch für die Wuffis besorgen (und ein paar Goodies für mich). Heute gab’s Forelle, also für die Hunde. Für mich Milka Trauben-Nuss. 🙂

Das Herrichten des Futters dauert lange, aber das tut es zuhause auch, aber wenn man dann zuschauen kann, wie sie mehr oder weniger genüßlich (Ryoko weniger, Vasihavi mehr) das Essen herunterschlingen, hat es sich ausgezahlt.

Ich bin zwar kein Raubtier, gefüttert werden muss ich trotzdem. Die Gaststube hat heute nicht so einladend ausgeschaut, also habe ich mir Obst, Schoki und Nüsschen gekauft, mir ein gemütliches Plätzchen am Balkon eingerichtet und mit 1kg Weintrauben begonnen, während ich ein sehr nettes Telefonat geführt habe und ein paar Updates von der Hundefront in Wien bekommen habe. 🙂 War quasi so, als ob wir gemeinsam Spazieren gewesen wären.

7) Arbeiten

Auch das muss sein und nachdem ich heute wirklich früh da war konnte ich auch endlich mal ein bisschen was weiterbringen. Der 12″ Bildschirm ist aber echt gewöhnungsbedürftig. Ständig möchte ich Fenster auf den zweiten Schirm schieben und wundere mich wo sie hin verschwinden.

8) 7Min

Eine kurze Schaffenspause nütze ich für mein 7 Minutes Workout, welches eigentlich 14 Minuten dauert, da es zwei Zyklen sind.

9) Wäsche waschen

Ab und zu muss auch das sein und nachdem ich keine Ahnung habe, wann und wo ich eingeschneit werde und womöglich auf einer Hütte ohne Wasser festsitze, wollte ich das mal heute erledigt haben. Eine sehr spannende Erfahrung. Zum Waschen habe ich ein Konzentrat, von dem man 6-12ml pro Wäsche braucht. Das sind Mengen, in denen man normalerweise Arzneimittel zu sich nimmt.

Ob’s funktioniert hat … hmmm. Das Wasser war schwarz, das hat mir etwas Sorgen gemacht. So dreckig war ich doch gar nicht. Ich hoffe, das lag eher an der schwarzen Bekleidung. Riechen tut es auch nicht besonders. Aber es wird schon sauber sein – hoffentlich. Und hoffentlich bis morgen auch trocken, aber die Heizkörper geben hier eh Gas.

10) Blog

Zum Tagesabschluss das Schöne:

  • Duschen
  • mit Nüsschen, Schoki und Macbook ins Bett schmeißen
  • Fotos durchschauen
  • und ein bisschen was schreiben

Da morgen aber um 4:30 Tagwache ist, wird es Zeit gute Nacht zu sagen.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 19,3
überwundene Höhenmeter: 540
höchster Punkt: 1425m – Jankitzkogel
tiefster Punkt: 375m – Pfarrdorf
Stunden in Bewegung: 6

absolvierte Stages: 0
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten: 46,70
davon Übernachtung: 37
Einkäufe excl. Forelle: 14,78
Hundefutter (Forelle): 3,01
Links

Route auf Komoot
Gasthof Hüttenwirt

Route

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8 Comments
  1. Antworten

    Stefanie

    April 25, 2017

    Oh Gott, Ania, so viel Selbstdisziplin !!!
    Da bin ich mehr wie Deine Wuffis, ich würde mich aufführen wie Ryoko, müsste ständig entwirrt werden :))

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      April 26, 2017

      ist aber auch schön … wer weiß, gib mir noch ein paar Wochen … vielleicht erkennst Du mich nachher nicht wieder?!

  2. Antworten

    Apollo

    April 25, 2017

    Alter Schwede!
    Das ist Programm!!
    Und ich dachte, “nur” wandern. Dabei ist da ganz schön viel rundherum dabei..

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      April 26, 2017

      Du hättest mich gestern beim “Kochen” sehen sollen – 2h Futter herrichten für die Pupsen 😉 ist aber nur alle vier tage fällig, also Abwechselnd mit Wäsche Waschen, Rundumkosmetik und Nichts Tun 🙂

  3. Antworten

    Constanze

    April 25, 2017

    Klingt nach einem gelungenen Start! Weiter so! 🙂

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      April 26, 2017

      jap, war echt cool bis jetzt, schauen wir wie regentauglich wir drei sind 🙂

  4. Antworten

    Babsy

    April 25, 2017

    … bei punkt 5 überrascht du mich, hätte umgekehrt getippt! 🤔

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      April 26, 2017

      die erste Veränderung?

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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