Ein Sommerspaziergang

Die Stimme in meinem Ohr

By on April 29, 2017

Über den Wolken
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
blieben darunter verborgen, und dann
würde alles, was uns gross und wichtig erscheint,
plötzlich nichtig und klein.

Schauen wir, ob er Recht hat, der Reinhard Mey.

Koomi

Heute haben sich Koomi und ich gestritten 😞 Koomi ist die Stimme von komoot, die mir täglich ins Ohr flüstert.

Zuerst war sie sehr unrund, als wir einen Umweg über den Billa machten. Sie hat sich ständig aufgeregt: “Bitte umkehren!”, “Bitte umkehren!”.
Als wir den Einkauf (1,5kg Huhn und 1kg Gemüse zum übern Berg schleppen) trotzdem machten, dürfte sie beleidigt gewesen sein. Denn als wir dann den Wanderweg betraten, meinte sie nur mehr “Folge dem Weg 5000m” und verstummte.

Zuerst dachte ich mir, dass es mühsam wird, so ganz ohne “Gesprächspartnerin”. Der Weg war aber wunderschön und ich beschäftigt mit Schneerosen fotografieren, diesmal auch wirklich im Schnee! Irgendwann musste ich dann den Pupsen versprechen, kein Schneerosenfoto heute mehr zu machen – dieses ständige Stop & Go ist ja bekanntlich nicht ihres. Dabei habe ich noch so viele schöne Schneerosen gesehen. Naja, morgen ist auch noch ein Tag und Schneerosen gibt es hoffentlich überall hier. Auch die Aussicht war traumhaft:

Als Koomi merkte, dass es mir egal war, ob sie mit mir spricht oder nicht, wollte sie noch eines drauflegen und meinte “Die Tour wird angepasst!” Damit wollte sie mir sagen, dass ich irgendwo falsch abgebogen bin.
Jetzt verstehe ich, warum der Owner die hier zu findende Stage “versteckte Wege” nannte. Ich bin insgesamt drei Mal an einer Abzweigung vorbei gegangen.

Das war für Koomi aber nicht genug, denn kurz vor der Jausenstation auf der geschlossenen Eisenkappler Hütte, drehte sie sich komplett ab und ich war auf mich allein gestellt – perfekter Zeitpunkt, denn es gab auch kein Netzt mehr. Aber wie der Herr vom Alpenverein meinte, ich geh ja nur von Hütte A zu Hütte B und da gibt es einen Wanderweg und fertig. Und so folgten wir dem Wanderweg zum Schaida Sattel … aber um sicher zu gehen, ließ ich mir dann auch noch den Weg von Tom per Screenshot der geplanten Route bestätigen, als mich das www wieder hatte.

Klettersteige

Am heutigen Ziel angekommen, stellte ich gleich mal fest, dass der hiesige Spar doch noch offen hatte und ich hier sicher auch ein Huhn bekommen hätte, aber egal was sind schon 2,5kg mehr oder weniger zum übern Berg tragen.

Gasthaus Terklbauer überraschte mich wieder mit großer Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Flexibilität, denn als Antwort auf meine Frage, ob ich mir denn eine Gemüseraspel ausborgen dürfte, bekam ich die ganze Gastroküche zur Verfügung und bereitete dort das Essen für die Pupsen vor. Fini, die Wirtin, war auch sehr interessiert am Barfen, sprich an der Ernährung meiner zwei Süßen, also holte ich da mal etwas genauer aus. Für mich gab es dann Kärntner Nudeln und einen Radler.

Als ich gerade aufs Zimmer gehen wollte, fragte mich eine Gruppe hier Ansäßiger, ob ich mich zu ihnen gesellen wollte. Klar wollte ich, und aufs Zimmer kam ich dann 3h später.

Das Witzige ist, wen ich da getroffen habe. Kurz ausgeholt:
Am Koschuta gibt es zwei Klettersteige und gleichzeitig sind das zwei T5er Geocaches, die ich unbedingt machen möchte. Vernünftig wie ich bin, möchte ich sie aber nicht allein machen. Also habe ich schon vor zwei Wochen den Pächter des Koschutahauses, der auch Klettersteigausrüstung verleiht, gefragt, ob er mir jemanden organisieren kann, der mit mir da rauf geht. Ich habe dann eigentlich nie wirklich ein ok oder nicht ok bekommen. Aber mittlerweile weiß ich, in den Bergen ist das alles nicht so eng. Jedenfalls erzähle ich heute von meinem Spaziergang und Fixi meint, ah Du bist die, mit der ich die Klettersteige gehen soll, und ich dachte das ist so ein … hmm … ok, ich hab doch Zeit. Ich fühlte mich geschmeichelt 🙂
Langer Rede kurzer Sinn – zwei große Radler, einen Schnaps und einen Rum mit Zucker und Kaffeebohne (?!) später haben wir uns ausgemacht, dass ich morgen den Koschutnik Turm Klettersteig allein gehe (da kann Fixi nicht) und wir am Montag zurück nach Bad Eisenkappel zum Türkenkopf fahren, denn der zweite Steig am Koschuta geht definitiv nicht, da sind die Seile unter einer Schneedecke.

Na schauen wir mal, ob ich mich morgen wirklich allein auf einen Kletterstieg traue, aber vielleicht findet sich ja auch im Koschutahaus wer, der mitgehen möchte. Auf die Hütte freue ich mich jedenfalls schon sehr, denn alle schwärmen davon und die erste, richtig urige Hütte blieb mir ja heute verwehrt, aber als ich oben war und auf den Tischen noch 5cm Schnee lag, verstand ich dann auch, dass sie keinen Bock hatten aufzusperren.

Tagesstatistik

<td

zurückgelegte km: 20,4
überwundene Höhenmeter: 1110 (zum ersten Mal >1000!)
höchster Punkt: 1590m – Eisenkappeler Hütte
tiefster Punkt: 566m – Bad Eisenkappel / Zentrum
Stunden in Bewegung: 8

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten:
davon Übernachtung: 33,-
Abendessen: 13,10
Riegel für Mensch (Billa):
Essen für Tier (Billa):
Links

Fotos von heute
Route auf Komoot
Gasthaus Trinklbauer

Route

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Höhe statt Ferne

zur Story

 

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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