By on Juni 22, 2017

In Rimella fühlt man sich wie zuhause, dafür sorgt die Besitzerin des Albergo Fontana. Ich weiß leider nicht wie sie hieß und nenne sie nun die Fontana-Mama. Umso schwieriger fiel heute der Abschied. Es wurde umarmt, es wurde geküsst, gerade dass keine Tränen flossen. Auch Maria, die Ex-GTA Schweizerin, ist in der Früh extra aufgestanden, um uns nochmals zu sehen. Die Fontana-Mama hat sich hundert mal entschuldigt, dass sie mir nicht um 5:30, sondern erst um 6:30 Frühstück anbieten konnte. Ich wollte so früh wie möglich weg, da die Hitzewelle immer noch anhielt. Durch die langen Jausen-Vorbereitungen und Abschiede hat es aber nicht so geklappt.

Alle haben dafür gesorgt, dass sowohl ich, als auch die Hunde mehr als genug Proviant hatten.  Die Fontana-Mama hat Jausenverpackungsmaterial gebracht, das für die Hunde besorgte Huhn so lange wie möglich im Kühlschrank aufbewahrt und war ganz in Sorge, dass es kondensiert und meinen Rucksack schmutzig macht, hat uns noch ganz viel Obst mitgegeben, und Joghurt und Semmeln und und und. Gottseidank hat uns Werner begleitet, denn ich hätte nie im Leben all die Jause in den Rucksack gebracht und so hat er sich angeboten, meine Jause zu tragen.

Ich musste versprechen mit Tom nochmal her zu kommen und die Fontana-Mama hat gleich mal überlegt, welches Zimmer sie uns dann geben würde. Es wurden noch ganz viele Fotos von den Hunden gemacht und dann auch von den heutigen Wanderern.

Wir waren tatsächlich zu dritt. Werner, vom Haus Walser, den ich ja gestern am Boccheta di Rimella getroffen habe, wollte uns heute begleiten und hatte sozusagen den doppelten Weg vor sich, da er sich am Abend wieder von der Fontana-Mama mit Köstlichkeiten verwöhnen lassen wollte. Thomas, den ich gestern beim Abendessen getroffen habe und der eine Woche dem GTA folgt, ließ sich überreden seine geplante Strecke zu unseren Gunsten anzupassen und auf Biwaks zu verzichten und jetzt mal die nächsten Tage mit uns mit zu gehen. Ich war ganz aufgeregt! Die ersten richtigen Bekanntschaften! Und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Wien, aber jetzt wird mal gewandert.

Um 8.00 sind wir dann endlich los. Es war da schon sehr heiß, die Pupsen schienen trotzdem motiviert zu sein. Die gestrige lange Pause nach der Wanderung hat ihnen richtig gut getan. Sie haben sogar miteinander gespielt und Ryoko ist wieder vorne weg. Der Wanderweg war heute auch schön schattig, nur stellenweise bzw. erst gegen Ende mussten wir wirklich in der Sonne spazieren. Es gab auch genug Wasserstellen und dementsprechend genug Fotos von Ryoko im Wasser. Sie legt sich wirklich überall rein, auch in Tränken. Spannend war das Spazieren durch die vielen kleinen Minidörfchen bzw. Almen mit nur ein paar verlassenen Steinhäusern. Irgendwie schade, dass hier so viel leer steht, aber auch der GTA Weitwanderweg scheint immer weniger gegangen zu werden und Tourismus gibt es hier kaum. Somit stirbt die Region wohl aus. Dabei ist es wirklich ein Geheimtipp!

Die erste und einzige Pause machten wir bereits nach 1,5h. Diese wurde zum Gecoachten, Stärken und Eincremen verwendet. Meine Begleiter haben sich alle Mühe gegeben, mit mir die Aufgabe der Stage #3.04 zu beantworten. Danach ging es quasi in einem bis zum Rifugio Baranca, wo wir und auch die Wuffis um 13:00 sehr herzlichst empfangen wurden. Nach dem verdienten Radler und der kleinen Jause musste Werner leider die Rückreise antreten. Ich machte mich dann gleich an die Raubtierfütterungsvorbereitung, um schnell fertig zu sein, denn ich hatte noch ein Todo – bis dato lag noch kein Cache für den heutigen Tag am Weg. Der nächste war auf der ca. 2km entfernten Alpe Sella und da ein See am Weg lag, war der Plan die Dose zu holen und in den See zu springen. Thomas begleitete mich und fand seinen ersten Cache, aber so richtig hat ihn das Geocachingfieber noch nicht gepackt. Ich habe aber noch ein paar Tage. 🙂

Aus der Abkühlung im See wurde leider dann nichts, die kam nämlich von oben. Gerade als wir die richtige Einstiegsstelle suchten, fing es an zu regnen und wir beeilten uns, um wieder ins Rifugio zu gelangen. Das Gewitter hat uns gottseidank nicht erwischt, ob es Werner rechtzeitig geschafft hat, bezweifle ich allerdings. 🙁

Dadurch wurde leider aus meinem Outdooryoga nichts. Ich habe es absichtlich in der Früh ausgelassen, um der Wiese nochmal eine Chance zu geben. Aber auch im Schlafsaal war es ok, wenn auch etwas eingeschränkt, da nach oben hin nicht so viel Platz war. Wir haben zu zweit ein Mehrbettenlager unter dem Dach und die Pupsen quasi das ganze Rifugio zur Verfügung. Auch die Gastgeberhunde sind ihnen wohl gesonnen und es gibt diesbezüglich keinen Stress.

Kurz gesagt, auch hier fühle ich mich wieder sehr wohl und wir sind rund um gut versorgt. Das Essen war ein Wahnsinn und ich bin froh einen guten Esser als Begleiter zu haben, denn es wurde für ein ganzes Bataillon gekocht. Es gab einen Prosciutto und Salami-Teller, Salat, Ziegenkäse, ein kaltes Omelett, warme Polenta mit Käse und Sahne, Nudeln, Fleisch, welches wir nicht identifizieren konnten und schließlich einen Käseteller und eine leckere Topfen-Rosinen-Nachspeise. Auch wenn man von allem nur ein Stückchen kostet, ist man kurz vorm Platzen. Dabei haben wir morgen wieder nur so eine kurze Tour vor uns. Ich werde wohl 2x7Min machen müssen, um das alles abzubauen. 😉

Internet gibt es wieder kaum, nur die wenigen Edge-Stricherl am iPhone. Dafür gab es eine warme Dusche. Man muss Prioritäten setzen! Morgen sind wir in einem größeren Ort, ich hoffe dann endlich die Fotos hochladen zu können.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 15,8km
überwundene Höhenmeter:  1350 bergauf / 690 bergab
höchster Punkt: 1840m – Villa Lancia
tiefster Punkt: 1020m – Rimella
Stunden unterwegs: 6h

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten:

 

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Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Rifugio Baranca
Route auf Komoot
Route auf Komoot

Route

Route zur Villa Lancia

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Höhe statt Ferne

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2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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