By on Juli 8, 2018

Mit dem letzen Wochenende kann ich nun Graz-Monaco endgültig abschließen und mich dem Projekt 2018 voll und ganz widmen.

1.500 km / 80.000 Hm für einen Cache – ein Sommerspaziergang von Graz nach Monaco von weltraumaeffchen

Vor langer Zeit hat mich Tom von GC-Murtal kontaktiert. Sie veranstalten ein Mega Event und er wollte mich fragen, ob ich nicht auf diesem einen Vortrag über meinen Sommerspaziergang halten möchte. Ich fühlte mich sehr geehrt und habe natürlich ja gesagt!

Aufgrund der vielen anderen Freizeitaktivitäten, die unter das Stichwort Vorbereitung für Projekt 2018 fallen, konnte ich mich erst letzte Woche auf das Event vorbereiten. Das Gros der Bildpräsentation war ja eigentlich fertig. Ich wollte die Fotos, die ich bereits beim 1. Posto Tapa Event gezeigt habe, nur noch um ein paar Geocaching-spezifische Folien erweitern, wie die Tracking Nummer der Dogcoins meiner zwei Begleiterinnen, sowie die der Münze vom Bochetta di Rimella und der GC Codes von ein paar spannenden Geocaches am Weg, wie des Panzers am Wurzenpass. Ansonsten war der Plan, einfach die Fotos wirken zu lassen und die dazugehörigen Geschichten zu erzählen.

Viel mehr Vorbereitungsaufmerksamkeit widmete ich dem Blog. Ich hoffte, dass sich nach dem Vortrag der eine oder anderer Zuhörer hierher verirrt und ich musste die zwei Projekte 2017 & 2018 voneinander trennen und versuchte, die Seiten so zu gestalten, dass auch jemand, der die Einträge 2017 nicht verfolgt hat, sich hier zurechtfindet.
Auch habe ich die Seite endlich um eine Subscritpion-Funktionalität für Emailbenachrichtigungen bei neuen Beiträgen erweitert (siehe Sideblock rechts). Ich möchte unregelmäßig, aber doch ab und zu mal etwas schreiben. Jetzt, wo das Projekt 2018 in großen Schritten auf mich zu kommt, sicher öfters, dann wieder seltener. Und da ist so etwas natürlich praktisch.

Ich wollte auch noch ein Plakat mit meiner Route bei der Präsentation aufhängen und Tom hatte die geniale Idee magnetische Maxerln auf der Strecke zu verschieben. Meist waren es die Pupsen und ich, 2x kam noch Thomas dazu und 1x Tom. Das war leider auch das Einzige, was gut sichtbar bei meinem Vortrag war. Die Fotos waren außer blass, nur blass. 🙁 Es war viel zu hell in dem Raum bzw. für alle Vorträge die Bühne einfach falsch platziert. Ich hoffe, dass die Geschichten auch ohne Fotos gewirkt haben. Zumindest waren doch ein paar Zuhörer da, die auch Fragen hatten und eine Geocacherin hat sogar mitgeschrieben. 🙂 Der Zeitpunkt war nicht besonders gut – sonniger Samstag Nachmittag ladet definitiv zum Geocachen outdoor ein, als zum Vortrag hören indoor. Die Zeit des Vortrags wurde mir leider auch gekürzt, da es Terminkollisionen gab, aber dafür war nachher mehr Zeit, um mit den Interessierten zu plaudern. … Also alles in allem nicht wirklich zufriedenstellend, aber egal. Was viel mehr zählt, ist, dass ich bei den Vorbereitungen für den Vortrag vieles nochmal erleben durfte. Ich habe etliche Blogeinträge wieder gelesen und musste herzlichst lachen.

Meine Favorits sind definitiv:

Das Kind in mir

Jedenfalls hatten wir aufgrund der letzten Vorbereitungen für den Vortrag davor kaum Zeit am Event teilzunehmen. Es ging sich gerade mal eine Labcaching Runde am Freitag Nachmittag mit den Wuffis und cle-man400 durch Zeltweg mit anschließendem Vortrag von Bernhard Hoëcker aus. Dafür genossen wir die Zeit danach umso mehr. Endlich entspannt und erleichtert konnte ich mich mit allen unterhalten und Erfahrungen austauschen. Auch ein seltenes Graz-Monaco-Treffen fand statt. Volker kam kurz vorbei, um mir sein Equipment für die 4000er Besteigung mit zu geben. Er wandert ja zu Fuß nach Alagna und da ist jedes Zusatzgewicht unnötig. Im Flieger werde ich damit kein Problem haben. Und zu meiner ganz besonderen Freude lernte ich endlich Martina (martina08) persönlich kennen, die letztes Jahr am 12.06. meinen Spuren folgte und von Graz nach Monaco ging. Wir kannten uns aus den jeweiligen Blogs und durch Kais Erzählungen. Jetzt konnten wir endlich plaudern und uns austauschen. Gemeinsam machten wir dann das Eventgelände unsicher. Offenbar waren am Samstag wirklich alle auf Dosensuche unterwegs, denn es war wie ausgestorben und wir konnten uns bei allen Spielen, die angeboten wurden, austoben. Der Bulle vom Bullriding hat mich bei Stufe vier voll gemein abgeworfen, das Surfbrett bereits bei 2. Schlag den Lukas war auch nichts, da reichte meine Kraft gerade mal bis 3 von 10. Im Labyrinth war ich die einzige Erwachsene und musste meinen Platz vor drei Kindern verteidigen. 🙂 Die Betreuer hatten mit uns sichtlich Spaß: ein paar verrückte Erwachsene, die sich am Kinderspielplatz vergnügten. Das Einzige wo ich trumpfen konnte, war dann die Boulderwand, die ich souverän barfuß umrundete. Als ich mir den Punkt beim Klettern auch noch holen wollte, meinte der Betreuer: “das Äffchen ist schon genug gegangen, sie bekommt den Stempel auch so”. So verdienten wir uns unseren Spielegeocoin, genossen ein leckeres Abendessen beim Italiener, der die Wuffis mit Schinken verwöhnte und rockten bei den Konzerten ab, zuerst in der Halle, dann im Wohnmobil – die Lautstärke war bei beiden gleich.

12 Icons an einem Tag

Gecached wurde am Freitag und Samstag so gut wie gar nicht. Das hoben wir uns für Sonntag auf, denn da gab es die seltene Gelegenheit 12 Icons an einem Tag, plus das 13. Labcache Icon zu sammeln. Auch hier gab es zusätzlich noch eine positive Überraschung. Bei der Lesung am Freitag trafen wir Alexa und Bernd (Dr. Berndie), zwei Geocacher aus Graz / Klosterneuburg, die meinen Blog verfolgten und die ich beim 1. Posto Tapa Event kennen lernen durfte. Alexa ist auch eine leidenschafliche T5 Cacherin und wir sind uns gegenseitig  sofort ans Herz gewachsen. Wir traffen uns am Sonntag um 8:00 zum gemeinsamen Eventfrühstück. Nicht ganz das, was wir unter einer guten ersten Mahlzeit des Tages verstehen – noch eine gemeinsame Leidenschaft, aber es stand auch nicht Schlemmen sondern Dosensuchen am Plan und so legten wir um 8:30 los.

Eventcachen

Es war quasi ein geführtes Geocachen, da Martina bereits die meisten Dosen schon geloggt hatte und hilfreich mit Weganleitungen und Tipps zur Seite stand. Normalerweise will ich so etwas gar nicht, aber bei einem Megaevent mit knapp 1500 Geocachern sind Hints unvermeidbar, auch wenn man weghören würde.

Zeltweg glich an dem Wochenende einer Zombiestadt, wie man sie aus “Resident Evil” oder “World War Z” kennt … von GPS Geräten ferngesteuerte Gestalten mit gesenkten Blicken irrten auf den Straßen umher.

Besonderheiten beim Eventcachens:

Erstens sind bereits nach kürzester Zeit sogenannte Cacherautobahnen ersichtlich. Im ärgsten Dickicht, im tiefsten Wald erscheint auf einmal ein Trampelpfad an unerwarteten Stellen. Diesem folgend kommt man punktgenau zu einer Dose. Ist fast wie Geocachen im Schnee.

Zweitens trifft man immer wieder auf Menschenansammlungen, die sich verdächtig um einen Baum, einen Brunnen, einen Zaun versammeln. Nähert man sich diesen bekommt man sofort das Logbuch in die Hand gedrückt mit der Anweisung, wo die Dose anschließend zu verstecken sei.

Drittens kommt es vor, dass man es gar nicht zu der finalen Location schafft. Bei Labcaches gibt es z.B. keine physikalische Dose, sondern nur eine Information, die irgendwo zum Ablesen und anschließend auf der entsprechenden Seite zum Eingeben ist. Geht man nun Richtung einer Hinweistafel und trifft auf entgegenkommende Geocacher, werden einem statt “Hallo” oder “Grüß Dich” Zahlen oder Codewörter zugeschrien.

Viertens haben die meisten Dosen die Menschenmassen nicht überlebt und man findet nur Ersatzzettel die mit Ersatzmitteln an Ersatzstellen angebracht sind. Man kann nur mehr erahnen, wie die ursprüngliche Box ausgeschaut hat.

Fünftens deaktivieren manche Owner da gleich die Dosen aus Angst um ihre Schützlinge oder bitten um Fotologs aus der Näheren Umgebung, um Demolierungen zu vermeiden.

Sechstens gibt es WhatsApp Gruppen, in denen die Lösungen von Mysties oder Fotos von Stages von Multis gepostet werden, d.h. man könnte einen Multi fast ohne abgehen der einzelnen Stationen lösen. Zugegebenermaßen muss ich gestehen, einen Multi in Italien am Gardasee mit Hilfe von Google Earth gelöst zu haben … aber zumindest ohne Hilfe und Hints von anderen 🙂

Schafft man es dann aber doch ganz allein tatsächlich einen Geocache zu finden, freut sich über diese Seltenheit an so einem Wochenende ein reales Logbuch in der Hand zu halten, … ist dieses meist voll.

Und so genossen wir einen lustigen Geocachingvormittag der anderen Art. Die Krönung war dann das CITO, an dem bereits nach kürzester Zeit die Müllsäcke und wohl auch der Müll ausgegangen sind. Irgendwie ergatterte ich dann aber doch einen und wir machten uns schlauerweise in die entgegengesetzte Richtung zu allen anderen auf. Mangels fehlender Geocaches am Weg, hatten wir den nahegelegenen Parkplatz fast allein für uns. Zu sechst war der Beutel schnell gefüllt, wir konnten auch stolz seltene Funde, wie zwei alte Schuhe verzeichnen.

©Alexa

Anschließend kam dann der große Abschied, aber mit neuen gemeinsamen Plänen als Trost.
Martina machte sich auf nach Hause in die Schweiz, wir würden uns aber hoffentlich im September wieder sehen.
Alexa und Bernd visierten einen Klettersteig im Süden an, während wir uns die drei fehlenden Icons auf dem Heimweg holen würden.

Serverüberlastung beim Webcamcache

Eine seltene Art des Geocaches ist der Webcamcache bei dem man ein Foto von sich, aufgenommen von einer definierten Webcam, im Log hochladen muss. In “näherer” Umgebung vom Event gab es genau zwei davon. Wir visierten den am Stuhleck an, wie auch ein weiteres Drittel der Eventbesucher. 2h Fahrt von der Eventlocation entfernt trafen wir also auf bereits bekannte Gesichter, die alle zur Bergstation der Stuhleckbahn entweder mit Auto oder Gondel fuhren. Wir parkten unser Cachemobil gemütlich am unteren Parkplatz, schmissen uns in unsere Wanderklamotten und begannen die 14km / 900HM Wanderung über’s Stuhleck. Beim Webcamcache endlich angekommen, hatten wir diesen ganz allein für uns.

Eingekehrt sind wir kurz vor 19:00 im Karl-Lechner-Haus (auch dieses hatten wir ganz allein für uns) und genossen ein ausgezeichnetes Eierschwammerlsupperl, einen wärmenden Zirbenschnaps und ein interessantes Plauscherl mit’m Hüttenwirt. Er betreibt diese Hütte im Radl mit anderen und hat im Winter 2017/2018 erstmals ehrenamtlich die Hütte bewirtschaftet, auch um dem Alltag zu entkommen. ….

… ob das was für mich wäre? 🤔

Zu guter Letzt fuhren wir dann noch in die wiener Innenstadt, um einen Earthcache und einen Virtual zu loggen, bevor wir geschafft, aber glücklich ins Bett fielen.

Was für ein Wochenende!

Stuhleckstatistik 08.07.2018
zurückgelegte km: 13,3km
überwundene Höhenmeter: 890 bergauf / 870 bergab
höchster Punkt: 1782m – Stuhleck
tiefster Punkt: 9000m – Spittal
Stunden unterwegs: 5h
Gipfel: 1
Geocaches: 6
Klettersteige: 0
Route

Fotos

Fotos 06-08.07.2018 – Mega in Zeltweg

zum Nachlesen

22.06.2017 – der verschollene Geocoin

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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