Ein Sommerspaziergang Phase 3

Es ist angerichtet

By on Juni 21, 2017

Ein weiterer heißer Tag war angesagt und bereits beim Yoga auf der Dachterrasse um 5:00 war es schon recht schwitzig, aber trotzdem genial. Ich wollte dann eigentlich ohne Frühstück starten, aber das wäre wohl auch nicht passend gewesen. Da 6:00 aber kein Problem zu sein schien, beschloß ich meinen Gastgeber nicht zu enttäuschen, somit ging die Wanderung erst um 7:00 los. Und es war heiß und die Pupsen haben sich sehr gequält, obwohl wirklich in 30Minütigen Abständen immer ein Bächlein oder Wasserfall oder Tränke war, in die man sich legen oder die Pfoten stellen konnte. Und es wurde auch jede ausgenützt. Sie tranken heute sogar bei der Rast am Pass mein mitgebrachtes Wasser, das hat schon was zu bedeuten.

Trotzdem ging es ganz flott und wir waren bereits um 9:30 in Campello Monti, dem letzten Dörfchen des Tals. Dort gab es mal eine Ziegen- und Hundebegegnung. Auf einmal kamen uns nämlich drei Tierchen entgegen, ich dachte zuerst es seien drei Hunde, dabei war ein Ziegenbaby dabei, das wohl nur dachte ein Hund zu sein. Alle haben sich auf Anhieb gut verstanden. Die Pupsen waren von der kleinen jungen Ziege sehr angetan, die mit ihnen spielen wollte. Ich habe es trotzdem nicht riskiert. Keine Ahnung als was sie sie gesehen hätten. Auch einen der Autofahrer, die ich versuchte gestern aufzuhalten, traf ich wieder. Er meinte, ob ich die sei, die gestern gestoppt hat und dann beim Alberto del Leone gewohnt hat. Spricht sich wohl wieder schnell herum, dass so ne verrückte mit zwei Hunden hier unterwegs ist. Oder ich habe ihn nicht verstanden, denn er sprach nur Italienisch. Er wollte mich ein Stück begleiten, ich musste aber leider unhöflich sein, da ich eigentlich gerade einen Cache gesucht habe.

Der Aufstieg zum Pass war sehr schön, es ging über ein wiesenartiges Gelände, aber leider in der prallen Sonne. Aber auch da hat man es mit uns gut gemeint, denn ab der Hälfte kamen dann die Wolken und es war erträglich. Um 11:30 waren wir dann am Pass und fanden dort ein richtig schönesp Rastplätzchen vor, welches sofort okkupiert wurde. Immerhin hatte ich ja noch eine Dose zu suchen und nach den Vorwarnungen sah ich uns dort schon eine Ewigkeit verbringen. Das hätte meine Begleiterinnen sicher nicht gestört, nur die Fliegen waren etwas lästig. Gestärkt durch zwei Karotten, die im Moment mein Hauptsnack sind, da ich doch wieder auf die 500g Biokarotten umgestiegen bin, machte ich mich auf die Suche nach dem Schatz und hatte ihn kurz darauf in der Hand. 🙂 Das Logbuch war komplett nass, ich habe versucht, es etwas zu trocknen und habe dem Geocache, der seit 2012 keinen neuen Eintrag mehr hatte, ein Ziplock Sackerl von mir gespendet. Der Geocoin war noch drinnen und reist nun mit mir ein Stückchen weiter. Vor lauter Freude habe ich dann leider vergessen einen Sticker ins Gipfelbuch zu kleben. 🙁

Gerade als wir aufbrechen wollten, kam Werner vom Gipfel herunterspaziert und gesellte sich zu uns. Er ist hier eine Woche auf Urlaub, wohnt in Rimella und wandert von dort sternförmig die Gegend ab. So begleitete er mich ins Tal und wir tauschten Wandererfahrungen aus. Dadurch war der Abstieg auch sehr kurzweilig, zumindest für mich. Die Pupsen waren super unmotiviert, obwohl die bestellte Abkühlung durch ein kurzes Gewitter und Wolken rechtzeitig kam. Aber heute war wohl nicht ihr Tag.

In Rimella bzw. im Alberto Fontana angekommen, kam gleich die nächste schöne Begegnung. Zwar in schnellem Italienisch und kaum für mich verständlich, aber die Besitzerin des Gasthofes fragte mich tatsächlich, was denn die Hunde zum Abendessen bekommen sollen! Und das gleich als erste Frage, bevor ich noch ins Zimmer durfte. Ich bestellte für sie ein Huhn, obwohl sie ihnen lieber Nudeln gegeben hätte. Vaishavi schaut auch wirklich im Moment dünn aus, kann ich also verstehen, dass man sie auffüttern will. Mich will man offenbar auch mästen, denn auch heute kam ich nicht aus. Ich durfte kurz ins Zimmer, um mich zu akklimatisieren und dann gab es mal auf der Terrasse Eiskaffee und Kekse. Danach durfte ich mich zurückziehen und musste um 20:00 zum Abendessen gestellt sein. Auch das alles auf Italienisch, aber ich traf ein schweizer Pärchen, welches dankenswerter Weise dann als Dolmetscher eingesprungen ist. Sie haben vor Jahren auch den GTA gemacht und dadurch diesen Ort hier kennen gelernt. Seit dem verbringen sie regelmäßig ihren Urlaub hier. Ich kann es verstehen. Es ist wirklich ein Geheimtipp. Sowohl das gestrige Dörfchen und die gestrige Unterkunft, wie auch die heutige. An beiden Orten könnte ich mir gut vorstellen noch einen Tag anzuhängen. Aber bei dem was man hier zum Essen bekommt, muss ich schnell weiter und Kalorien abbauen.

Um 20:00 gab es dann das versprochene Festmahl. Werner, der in einem B&B schläft, kam auch ins Albergio Fontana und wir aßen zusammen. Zum Abendessen gab es etliche Gänge, immer nur Kleinigkeiten, die sie groß angekündigt hat, aber ich kaum etwas verstanden habe. Es war eine gefüllte Tomate dabei, Vitello Tonnato, Prosciutto mit Parmesan, frittiertes Gemüse, Fisch mit Zwiebeln und Minze, natürlich Pasta und Fleisch als Hauptspeise. Als krönendes Dessert kam dann Eis mit Maronimousse und ich war kurz vorm Platzen. Alles einfach ein Wahnsinn. Am Nachbartisch saß ein weiterer GTA Wanderer, der sich im Laufe des Abends unserem Gespräch anschloss. Es tat echt gut, Gesellschaft zu haben. Wir teilten uns ein Fläschchen Wein und besprachen die morgige Route, denn so wie es ausschaut, gehen wir zu dritt zum Rifugio Branca.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 14,2km
überwundene Höhenmeter:  1030 bergauf / 750 bergab
höchster Punkt: 1930m – Bocchetta di Rimella
tiefster Punkt: 880m – Forno
Stunden unterwegs: 7h

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten:
Übernachtung mit Halbpension:
Eiskaffee mit Keksen:

 

Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Albergo Fontana
Route auf Komoot

Route

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2 Comments
  1. Antworten

    Suywen

    Juni 22, 2017

    Das Essen in Rimella ist mir auch noch in lebhafter Erinnerung. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass Bewegung nach diesem Mahl am nächsten Tag überhaupt möglich ist… aber es war sehr lecker.

    • Antworten

      Frank_Z

      Juni 22, 2017

      Damals musste ich am nächsten morgen leider schon um 7 Uhr in den überfüllten (Schul-)bus steigen.
      Vermutlich war ich der einzige externe Übernachtungsgast. Da im Gastraum eine große Feier mit Musik und Gesang stattfand, bekam ich ein angeblich ruhigeres, recht modernes Doppelzimmer ganz oben unterm Dach.
      Nachdem ich mit dem Essen mit den unzähligen Gängen fertig war, wurde ich an den großen Tisch gebeten, für Unterhaltung mit Händen und Füßen und mehr Wein. 😉 War ein lustiger Abend.

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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