Ein Sommerspaziergang Phase 1

Stage #20 bezwungen!

By on Mai 12, 2017

Es war durch und durch ein Abenteuer, das mit einer genialen Eierspeise zum Frühstück begann. Kurz haben wir überlegt noch ne Frigga drauf zu  setzten, aber Rudi meinte, wenn wir noch wandern wollen, sollen wir es lieber lassen. Dabei war sie so gut!!!!

Und verdient! Mein Unterstützungsteam kam gestern um 21:00 an. Davor absolvierten sie noch zwei Almen: die Feistritzer Alm, um das dort von mir vergessene Hundehalsband zu holen und die Dolinza Alm, weil sie Google falsch geleitet hat. Dann mussten sie noch eine aufgegrabene Egger Alm Straße zu Fuß überwinden, wo ich sie dann von der anderen Seite der Baustelle mit Rudis Auto abholte. Alle Strapazen waren aber vergessen, als Rudi die Pfanne in die Tischmitte stellte – einfach super lecker! Aber definitiv keine Hauptspeise für eine Weitwanderin allein und nichts, das man ohne Verdauungs-Schnaps öfters hintereinander isst. Rudi verwöhnte uns anschließend auch noch mit selbstgemachten Fleisch- und Kärntner Kasnudeln und einem Kaiserschmarrn mit Apfelmus, dazu ein gutes Gläschen Wein … so kann man seinen 70er glaub ich (nach-)feiern!

Findenigkofel nicht empfehlenswert

Nach dem Frühstück rief ich nochmal auf der Zollnersee Hütte an, um zu fragen ob man dort eh einheizen kann, denn leider brachte mein Besuch kein schönes Wetter mit. Der Betreiber meinte, er wäre gestern dort gewesen und er würde wirklich von unserem Vorhaben abraten, denn es liegen 1,60m Schnee am Findenigkofel. Offenbar gehen die Wahrnehmungen was Schnee in den Bergen angeht stark auseinander. Rudis Quelle, der Bergpolizist, meinte es sei kein Problem! Und natürlich hört man auf die Meinung, die einem besser zusagt.

Also brachen wir bei Sonnenschein Richtung Zollnersee Hütte auf und kamen dort nach einer gefühlten Ewigkeit auf einer abenteuerlichen Forststrasse bei Regen an. Nachdem unser Mazda kaum Bodenfreiheit hat, war die Fahrt auf den Berg eine Quälerei im ersten Gang, denn durch die Spurrillen war ein Fahren in der Fahrbahnmitte unmittelbar mit einem Schlagen der Steine gegen den Unterboden verbunden, wodurch Tom immer versuchen musste, einen Reifen auf dem Fahrbahnrand zu halten – er hatte die Wahl zwischen der Nähe zur Felswand oder dem Abgrund. Stellenweise haben wir die Straße dennoch abgezogen und die Fahrrillen ausgeglichen. Tom hat sich nicht nur als Offroadfahrer qualifiziert, er hat auch ein ziemliches Workout gemacht, denn die Servolenkung hat bei km 5 von 12 den Geist aufgegeben. Ich überlegte auch kurz, ob ich heute nicht 7Min auslassen kann, denn ich hatte 1h lang jeden Muskel im Körper angespannt. Da ich dann aber über die Schokobonspackung hergefallen bin, muss das wieder abgearbeitet werden. 😜

Während Mutti und die Wuffis es sich im Winterraum der Zollnersee Hütte warm und gemütlich machten, brachten Tom, Papa (auf geocaching.com bekannt unter jaconurak) und ich zu unserer Expedition auf. Ausgerüstet waren wir für alle Eventualitäten mit Klettergurten, Seilen, Steigeisen, Gamaschen … gebraucht haben wir … die Regenhose und -jacke. Den Schnee haben wir jedenfalls nicht gefunden, aber eine tolle Landschaft … also wahrscheinlich. Ich kann hier nur Mutmaßungen anstellen, denn wie immer, wenn ich auf einen Gipfel gehe, ist die Sicht gleich Null. Aber wir haben Stage #20 abgehakt, ein sehr schönes Gipfelkreuz gesehen … wenn man nah genug ran ging, dann sah man es 😉 … und wir waren zu dritt und da ist dann alles nicht mehr so trostlos.

Man muß aber schon ehrlicherweise sagen, dass wir nur den Grat entlang gingen und das wahrscheinlich der einzig mögliche Weg war. Denn südlich davon waren definitiv Schneefelder. Wie vom Owner und auch von uns vermutet, hat der Wind und das warme Wetter vom Grat selbst alles runter geweht und diesen Teil des Weges für uns passierbar gemacht und auch problemlos, denn hätte es hier links und rechts von dem engen Gratwegerl steil runter gehen sollen, haben wir es nicht gesehen und dachten einfach einen lockeren Wiesenspaziergang zu machen.

Zurück auf der Hütte gab es dann warmen Tee und Geburtstagstorte. Nachdem wir uns dann die Schotterstraße wieder hinunter gequält haben, gab es dann die wahre Belohnung des Tages, die Schmankerln auf der Valentinalm oder anders gesagt …die Frigga Verkostung ging weiter.

Ich hoffe, irgendwann kann ich mehr über schöne Aussichten berichten und weniger von Essen … aber vom heutigen 2000er muß wohl einer meiner Vorgeher Fotos zur Verfügung stellen, denn meine sind einfach nur weiss.

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 9,60
überwundene Höhenmeter: 330
höchster Punkt: 2016m – Findenigkofel
tiefster Punkt: 1683m – Zollnersee Hütte
Stunden unterwegs: 4

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten: ?
davon Übernachtung: ?
Abendessen: ?
Essen für Tiere: wurde geliefert
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Gasthof Untere Valentinalm
Route auf Komoot

Route

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12 Comments
  1. Antworten

    Martin

    Mai 13, 2017

    Ich muss Dich jetzt beim wiederholten Vorkommen eindringlich bitten, bei “Kärntner” nicht auf das erste “n” zu vergessen! Des tuat so weh!

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 13, 2017

      Guten Morgen,

      jawohl, wird sofort ausgebessert … aber ich bin eh bald in Tirol 🙂

      Liebe Grüße vom noch sonnigen Plöckenpass,
      Ania

      • Antworten

        Martin

        Mai 13, 2017

        Stimmt – du hast Kärnten quasi hinter dir und hast’s tatsächlich geschafft, ich bin beeindruckt. Die Gailtaler Alpen machen keine Probleme mehr.

        • Antworten

          K2

          Mai 13, 2017

          Nach Innsbruck (Ost- > Süd- > Nord-Tirol) gilt es allerdings später den Hauptalpenkamm und ähnliches zu queren.
          Da könnte sich die eine oder andere Bahn anbieten. Und zwar die ohne Seil~

          K2.

          • Martin

            Mai 13, 2017

            Jaja schon klar – wie man in KärNten sagt: “Bis dahin rinnt no einiges Wasser den Bach obe.”

            Und in diesem Fall ist das ja auch wörtlich gemeint, und mit etwas Glück gibt’s vielleicht wirklich aufgrund des milden Winters ein Durchkommen heuer mit diesem abenteuerlich frühen Start. Probleme in Südtirol seh ich dann wieder an der Scharte, wegen der Du die Grödel mitgezaht hast.

  2. Antworten

    Volker

    Mai 13, 2017

    Ich hab mir gerade den 47. Valentinagletscherlauf vom 7. Mai angeschaut. Da hats noch ordentlich Schnee. Allerdings vermute ich, dass sie zum Valentinthörl aufgestiegen sind und im Schatten von Hohen Warte und Co wundert es mich nicht, dass der Schnee sich gehalten hat.
    Des Paten Punkt ist an einem Südhang. Da könnte es durchaus möglich sein bis zur Alm zu kommen.

    • Antworten

      Martin

      Mai 13, 2017

      Nach dem “da geht’s eh nirgends runter’-Kofel ist das heute ein Kindergeburtstag 🙂

      • Antworten

        K2

        Mai 13, 2017

        Vor allen Dingen geht es da ja auch nicht nur links und rechts, sondern teilweise auch vorne oder hinten (je nach Sichtweise) ordentlich runter.
        Es sei denn, da war auch jemand mit einem Mazda unterwegs und hat das platt gebügelt, seit ich das letzte Mal dort war 😉

        K2.

    • Antworten

      K2

      Mai 13, 2017

      Hey Martin.

      Genau diese Glieder versteckten sich in “ähnliches” 😉
      Wobei dort die Scharte nicht gerade das (Haupt-)Problem ist. Letztselbiges liegt eher tiefer, dafür aber ggf. doppelt.

      Cu K2.

  3. Antworten

    Martin

    Mai 13, 2017

    Ein Bild vom lockeren Wiesenspaziergang habe ich hier hingestellt:

    http://www.vergissmi.net/wp-content/uploads/2017/05/Aussichtsreicher-Findenigkofel.jpg

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 16, 2017

      Danke fürs Bild, da wird man echt neidisch und überlegt doch die Schlechtwettertage auszusitzen und nur bei Schönwetter weiter zu gehen … aber dann bräuchte mal wohl ein Jahr.
      Aber jetzt scheint mal die Sonne ☀️

  4. Antworten

    weltraumaeffchen

    Mai 15, 2017

    Danke Euch dreien, dass ihr so mitfiebert!

    Der Gailtaler Höhenweg scheint wirklich einfacher zu sein, hat dafür – auch aufgrund der geschlossenen Hütten – mehr Höhenmeter zu bieten. Wie Ihr da über 2000Hm auf einmal geschafft habt – wow! Ich hab ja gottseidank die Pupsen als Ausrede 😉

    Jetzt hab ich wieder mehr Netz, da melde ich mich auch braver.

    Bis später!

    Liebe Grüße, Ania.

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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