Ein Sommerspaziergang Rückreise

Uf Wiederluege Schweiz

By on August 5, 2017

An den kurzen Teil der Wanderung in der Schweiz habe ich nicht ganz so positive Erinnerungen bzw. fällt mir auf Anhieb jetzt kaum etwas Nettes ein. Es schaut so aus, als ob hier die Negativen überwiegen. Ich habe den Teil des Sommerspaziergangs von hinten aufgerollt und bin drei Wochen früher in die Schweiz gekommen, als ursprünglich geplant. Somit hatte ich auch keine Zeit, mich darauf vorzubereiten. Ich stand auf einmal am Bahnhof in Bellinzona und musste feststellen, dass sie hier teilweise gar nicht mehr deutsch sprechen, eine andere Währung haben und andere Steckdosen. Und dass alles viel teurer ist. €4,5 für einen Latte Macchiato war echt heftig.

Mit den Quartieren hatte ich von Anfang an Pech. Alles, was finanziell bei mir an meiner zugegebenermaßen eh sehr hohen Schmerzgrenze mit €100,- pro Nacht inkl. Frühstück lag, war hier mittlere bis unterste Klasse. Verglichen mit z.B. einem Nala Hotel in Innsbruck, aus dem ich gerade kam und wo ich mich zu 100% wohl und verwöhnt gefühlt habe, war ein Hotelzimmer direkt über der Disco, ein Minizimmer im Agriturismo oder ein schmuddeliges Zimmer unter dem Dach in nem ungemütlichen Garni sehr frustrierend. Ich musste aber teilweise auf diese Unterkünfte zurückgreifen, denn in der Schweiz beginnt die Wandersaison Mitte Juli und obwohl deutlich später als in Österreich oder Südtirol war ich immer noch früh dran! Wenn es dann doch mal etwas gegeben hätte, dann war da das Problem mit den Wuffis, die sie nicht nehmen wollten. Dadurch wurden die Strecken für meine damaligen Verhältnisse oder für die Wuffis bei der Hitze, in der wir auf einmal landeten, zu lange und wir mussten auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Wow, das waren erst Kosten! Für so eine Busfahrt legten wir schon mal 30,- ab!

Dadurch, dass die Quartiere keine Wanderquartiere waren, hatte ich auch kaum Kontakt mit den Gastgebern, aber auch da würde ich eher neutral schreiben, ich wüsste jetzt nicht ob ich sie als sehr freundlich oder unfreundlich beschreiben soll. Dafür habe ich unterwegs nette Schweizer getroffen, also ganz hoffnungslos ist der Fall nicht. 🙂

Was sie haben sind definitiv schöne Berge, schöne Wanderwege, schöne Routen – das muss man ihnen lassen. Wenn es nicht gerade geregnet hat, und das war leider doch gerade in der Schweiz oft der Fall, dann genossen wir die Wanderungen sehr. Es war abwechslungsreich, mal eine Talwanderung entlang eines Flusses, mal ein Pass, mal ein See, mal einfach nur Wald. Und es ist alles sehr gepflegt, sauber und schön.

Das gilt nicht nur für die Wanderrouten, das gilt auch für die Caches! Das war fast das Beste an der Schweiz! Sie haben wirklich einfallsreiche, abwechslungsreiche Dosen! Es ist quasi ein Paradies für Geocacher! Davon konnten wir uns heute, auch wenn nur kurz, gleich nochmal überzeugen. Wir machten einen Multi, ein Icon, welches mir in der Schweiz noch fehlte, und wurden von einer coolen Dose an einer schönen Stelle überrascht. Tom war nur etwas enttäuscht, denn als Attribut des Geocaches war Watten oder sogar Schwimmen erforderlich eingetragen und der Tessin führt aber gerade so wenig Wasser, dass wir trockenen Fußes rüber kamen.

Und dann hatte ich ja da auch noch eine Rechnung mit einem Baum und einer Leiter offen! Diese Dose musste einfach geholt werden. Also spazierte ich wieder mit einer Leiter durch Bellinzona. 😉 Diesmal aber deutlich kürzer, wir parkten uns so nah wie ging zur Cachelocation, mit einer deutlich längeren Leiter und vor allem in Begleitung meines T5-Buddies! Da ist natürlich alles einfacher und auch wenn ich dann vor dem Baum stand und mich wunderte warum ich’s damals nicht geschafft habe, diese Dose zu loggen und mich sogar etwas geärgert hab, hat es heute mit Tom einfach mehr Spaß gemacht. Ich krackselte rauf, ließ die Dose hinunter und Tom loggte – es heißt ja Teamwork required! Beim gemeinsamen Frühstück mit Volker, der dann zu seiner letzten Stage der Phase II und somit seiner Sommerwanderung 2017 aufbrach, erzählte ich, dass dieser heute bei uns noch am Programm stand. Es wunderte uns nicht sehr, dass der sucherer dann schon im Logbuch stand. Geocacher sind dann doch alle gleich ehrgeizig! Gratuliere auf jeden Fall – ohne Leiter, ohne Team, aber mit 30cm mehr Körpergröße souverän gemeistert!

Leider blieb nicht viel Zeit noch weitere Caches zu holen, dann heute war wieder ein kulinarisch großartiger Tag der Begegnungen, wir treffen nicht nur Irmi und Novi bei, man könnte fast schon sagen unserem gemeinsamen Stammlokal, dem Pretzhof, wir hatten auch die Ehre, gemeinsam mit dem Owner des Graz-Monaco-Multis zu speisen!

Geocaching-Statistik
gefunden Geocaches: 2
davon T5er: 1
Links

Fotos – 05.08.2017
Pretzhof

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2 Comments
  1. Antworten

    K2

    August 5, 2017

    Wie man hört, dankt die Mafia recht herzlich und weiß noch anzumerken:

    1. Die Ausprägung des Ehrgeiz-Gens kann doch sehr unterschiedlich sein.

    2. Wer mit dem Teufel speisen will, braucht einen langen Löffel – und den hattet Ihr im feigen Eis 😉

    3. Blind Date (GCT2Q4) gibt es nicht (mehr) nur in Erlangen.

    4. The trail provides:
    Am Ende fügte sich alles: Timing, Wetter, Leistung, Verkehr, Abendessen, Unterkunft, Transfer und gute Nacht.

    Liebe Grüße
    K2.

  2. Antworten

    Volker

    August 6, 2017

    Hallo Ania und Tom,
    Noch einmal danke für das super Timing und das leckere Frühstück herzlichen Dank.
    Den T5 um 9.30 Uhr erreicht und als T4.5 eingestuft. Um 11.30 Uhr meine letzte Stage erreicht und um 12.00 Uhr eine Runde im Lago Maggiore geschwommen. Sinnvoller Weise in Magadino.
    Ad: posto tappa: vielleicht Samstags und schon später Nachmittag beginnen, dann wärs für mich/uns leichter
    Lg Volker

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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