Ein Sommerspaziergang Phase 2

Warum ich noch immer in Innsbruck bin?

By on Mai 25, 2017

Von Innsbruck weg sind mir alle Möglichkeiten offen und langsam aber sicher sollte ich entscheiden, welchen Weg ich weiter gehe. Leider ist keiner einfach und ohne Hürden.

A) ab nach Hause

Diese Möglichkeit ist wohl die einfachste. Um 50,- inkl. Hunde wäre ich mit der Bahn in 4h 16min in Wien, wo zumindest 2 Kätzchen und auch ein wunderschöner, wilder, grüner Garten und immerhin der Heuberg auf mich wartet. Ob Tom und ich schon so weit sind? Definitiv nicht. Und schon gar nicht nach dem Planungsfrust der letzten Tage. Ich kann nicht sagen, dass ich viel zum Nachdenken gekommen bin, aber natürlich schwirren einem ständig Gedanken durch den Kopf und je schwieriger die Situation wird, desto intensiver werden diese. Und das muss alles noch verarbeitet werden.
Also nein, Wien ist die einzige unmögliche Option.

B) hier weiter “kämpfen” mit Bus / Zug / zu Fuß

Die geschlossenen Berghütten und der Schnee machen die Überquerungsetappen teilweise unmöglich. Dadurch müsste ich meine Reise auf die jetzt schon bewährte “von Tal zu Tal fahr”-Art fortsetzten. Stört mich eigentlich nicht wirklich. Ist halt ne andere Art voran zu kommen. Dadurch wird diese Wanderung etwas abwechslungsreicher. Manche trampen durchs Land, ist ja auch nicht schlecht. Ob es der Sinn dieses Multis ist, weiß ich nicht. Schöne Wanderungen habe ich trotzdem und die Fahrtzeit nütze ich zum Schreiben und Planen.

Die heutige Wanderung war zum Beispiel wunderschön, abwechslungsreich, spannend und herausfordernd. Mit dem Zug sind wir bis Steinach und anschließend mit Bus bis nach Oberberg. Ein sehr schöner Wanderweg führte uns bis zum heutigen Ziel. Für die letzten 300m haben wir allerdings eine gefühlte Ewigkeit gebraucht. Ich musste mir den Weg durch das Schneefeld zuerst hart treten. Ist aber ein super Workout 😉 und ich hatte Glück im Unglück, denn 50cm mehr Schnee und ich wäre mangels Schaufel nicht an die gewünschten Informationen gekommen. Aber so habe ich was ich brauche und noch mehr, nämlich die Erkenntnis, dass es hier nicht weiter geht. Stage #3 holen wir entweder von Nordwest oder von Süden. Am Rückweg wollten wir noch zum Obernbergsee. Erstens mache ich gern Rundwege und zweitens war dort ein Cache. Als Koomi aber meinte jetzt rechts auf den Seesteig abbiegen, wurde ich hellhörig – Steig? Und tatsächlich, auf den Wanderschildern war da ein schwarzes Punkterl. Somit hatten wir beschlossen den See inklusive Cache zu lassen und doch schon den 14:12 Bus zu nehmen. Früher wieder im Hotel sein schadet auch nicht, ist ja noch viel zu planen und ne Badewanne gibt es auch. 😉
Zu früh gefreut, da war ja was mit einem Feiertag, also kein Bus vor 16:12. Flexibel wie wir sind und gestärkt durch einen Kaffee, sind wir doch zum See und zum Cache spaziert, allerdings auf einem ziemlich überfüllten Spazierweg. Das war dann quasi eine Vorschau auf die Wanderungen in der echten Wanderhauptsaison. Aber es hat sich ausgezahlt. Die Cachebeschreibung meint es sei einer der schönsten Seen Tirols. Ob meine Innsbrucker davon wissen?

C) von München nach Venedig

Der Owner hat da noch so einen Wandercache, der nur einen Monat dauert und von München nach Venedig führt. Diesen könnte ich quasi mal zwischendurch “schnell” einwerfen, da er bis auf die bereits bekannte Gliederscharte etwas leichter zu bewältigen sein sollte. Zumindest glaube ich das, aber ich habe mich punkto leicht zu bewältigen ja schon einige Male geirrt. Das würde aber meinen aktuellen Multi um ein Monat verlängern. Ich weiß nicht, ob ich wirklich so viel länger unterwegs sein will / kann / darf. Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich noch eine Baustelle aufmachen möchte 😉 … wenn es bloß ein T5 wäre, fiele mir die Entscheidung leichter.

D) von Z nach A

Diese Idee kam mir beim Spaziergang vom Brenner nach Grieß und schien kurzfristig die Vielversprechendste. Das war eigentlich das Ziel meiner gestrigen Tour zum Bahnhof, bevor ich ins Nala abgebogen bin.
Ich erhoffte mir eine passierbarere Strecke für die kommenden Tage. Irgendwann kommen dann schon noch die schneereichen Paßüberquerungen, wo ich wieder tricksen müsste, aber zumindest a bisserl mal voran kommen wäre nett und je später ich hier wieder ankomme, desto weniger Schnee liegt auf meiner Route. So stellt sich die kleine Ania das zumidnest mal vor. Es hätte auch noch den Vorteil, dass Irmi, Novi und Tom, mein Junibesuch, nicht so weit fahren müssten. Ein weiterer Vorteil wäre, dass für Volker trotzdem alles anders wäre.

Der Lago Maggiore (=Z) ist ein teures Pflaster, aber es gelang mir ein nettes Agriturismo in Bellinzona zu finden, das auch ein Zimmer für zwei Nächte hätte und mich MIT meinen zwei Begleiterinnen nehmen würde. Das ist nämlich dort in der Gegend nicht so selbstverständlich. Eine Vermieterin meinte: “ja klar, die Hunde können ja in der Gaststube oder draussen übernachten, ins Zimmer dürfen sie nicht”. Während ich noch überlegte, ob es wirklich machbar ist, war das Zimmer weg. 😞 Ich habe aber mittlerweile mit der Vermieterin gesprochen und ab Samstag gibt es event. wieder ein Zimmer, das erfahre ich heute Abend. Samstag ist auch früh genug, denn die zweite Schwierigkeit ist nach Bellinzona zu kommen, denn offenbar ist es schwierig in Italien mit Hunden öffentlich zu reisen. Das erste Problem ist der Nachtzug, wo Hunde nur im Schlafwagen erlaubt sind und man von Innsbruck nach Zürich aber keinen Schlafwagen mehr buchen kann, weil 4:31 zu spät zum Zusteigen in diesen ist?! Sonst müsste ich wohl ein ganzes Abteil nehmen, sprich 6x das Ticket (!) und dafür sind die Züge zumindest am Wochenende jetzt mal zu ausgebucht. Auch für die Tagesverbindungen kann ich online kein Ticket buchen und über die Bestellhotline ging es auch nicht. Offenbar nehmen in Italien nur die Regionalzüge Hunde mit. Der Herr am Schalter meinte, ich soll es einfach mal riskieren …. hmm und dann sitz ich vielleicht in Zürich fest? Cose meinte dann mitm Mietauto, ist wahrscheinlich auch nicht teurer als 6 Fahrkarten für ein Abteil. Allerdings bin ich nicht davon ausgegangen, dass ich Autofahren werde und mein Führerschein liegt in Wien. Ob eine Kopie für Sixt reicht, muss ich noch herausfinden.

E) auf den Cache pfeifen

Ich könnte natürlich ganz was anderes machen, aber was? Ausgerüstet bin ich fürs Wandern, definitiv nicht für Bade- oder Städteurlaub und ich möchte auch in den Bergen bleiben. Aber so ganz ohne Ziel, einfach drauf los? Wer sagt, dass es dann einfacher wird? Ich kann mich so schon nicht entscheiden, was ich tun soll. Und die Probleme mit meinen Vierbeinern werde ich trotzdem haben.

Außerdem ist es wirklich ein gutes Gefühl eine Stage trotz Hindernisse erreicht zu haben. Es ist noch zusätzlich eine Belohnung, sozusagen eine Draufgabe zu den schönen Wanderwegen, den Aussichten, den Erlebnissen. Klar bedeutet es einen logistischen Aufwand, aber das ist eigentlich genau meines.

F) Buchschreiben in der Toskana

Ich könnte mir auch ein Häuschen irgendwo in der Toskana mieten und ein Buch schreiben ….

In Wirklichkeit weiß ich eh was ich will …

Aber mich würde es trotzdem interessieren, was Ihr an meiner Stelle machen würdet?

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 13,38
überwundene Höhenmeter: 990 bergauf / 980 bergab
höchster Punkt: 2295m – irgendwo zwischen Eisenspitze und Muttenkopf
tiefster Punkt: 1440m – Oberberg
Stunden unterwegs: 4,5

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten:
davon Übernachtung:
Essen für Tiere:
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Nala Individuellhotel
Route auf Komoot
Route auf Komoot – Oberbergseedraufgabe

Route – Oberbergseedraufgabe

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13 Comments
  1. Antworten

    K2

    Mai 25, 2017

    Hallo Ania.

    Ich glaube der Owner von München-Venedig würde vom Stuhl fallen, wenn er von Deinem Plan C) hören/lesen würde.
    Möglicherweise würde er beim nächsten Bezirksklinikum anrufen und Dir schon mal Bündchen-freie Klamotten in Deiner Größe bereitlegen lassen 😉

    K2.

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 27, 2017

      Vielleicht sollte ich das dann machen 🙂
      Nehmen die dort auch Hunde?

      LG, Ania.

  2. Antworten

    Apollo

    Mai 25, 2017

    Mann!
    Seit Tagen warte ich gespannt auf Entscheidungen und Antworten. Und was kommt heute?
    Eine Frage!!

    Von mir kann es keinen Rat geben. Ich kann mir nicht mal richtig vorstellen, wie es jetzt an deiner Stelle wäre! Denn da wäre ich wohl nie in (meinem) Leben…

    Mach was sich für dich gut anfühlt. Nur du steckst in deiner Haut und sollst dich dabei wohl fühlen.

    Pass auf dein Dreimäderlhaus auf..
    😗

    • Antworten

      Apollo

      Mai 25, 2017

      Achja: Warum geht es jetzt schon um Stage 3? Du hast doch gerade erst mit 2 begonnen, oder nicht?

      • Antworten

        weltraumaeffchen

        Mai 27, 2017

        Hi,

        die Stages sind die einzelnen Stationen, die ich eigentlich täglich holen sollte, Betonung liegt auf sollte – klappt im Moment nicht so ganz 🙁
        Davon hat der Sommerspaziergang 104, pro Phase 26. Phasen sind es vier. Nach Abschluss jeder Phase bekomme ich die weiteren “Informationen und Anleitungen” für die nächste.

        Liebe Grüße, Ania.

        • Antworten

          K2

          Mai 27, 2017

          Ob sich da die Informatikerin nicht mal verrechnet ?!
          Stetigkeit mag eine Tugend sein, Gleichmäßigkeit eine Zier,
          aber wer mit dem Teufel speisen will, braucht einen langen Löffel.

          K2.

        • Antworten

          Apollo

          Mai 27, 2017

          Achso! Du fängst jetzt in der neuen Phase wieder neu zu zählen an.
          Ich habe Phase und Stage gleichgesetzt.
          Tz Tz Tz. 😁

  3. Antworten

    STEFANIE

    Mai 26, 2017

    Hallo meine Liebe, jetzt komme ich wieder …
    habe deine Route verfolgt, werde mir aber heute Zeit nehmen und wirklich hin spüren, wie es dir geht und was für dich aus meiner Sicht gut wäre.
    Melde mich mit Mein(nungen) heute nachmittag bei Dir – vielleicht kann ich etwas dazu beitragen, dass Du weiter gehst “auf dem Weg zu Dir”!

    Bussi
    Stefanie

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 27, 2017

      Liebe Stefanie,

      danke, dass DU noch da bist!!
      Genieße gerade meinen Frühstückskaffee in der Sonne und denke an Deine Worte!

      Liebe Grüße, Ania.

  4. Antworten

    Volker

    Mai 26, 2017

    Hallo Ania,
    Da du so verrückt warst, auch stage 2 zu holen, wirst du – und so schätze ich dich ein – wieder nach Südtirol gondeln und die paar Höhenmeter mehr von Süden aus machen.
    Für diese Aktion wünsch ich dir das beste Wetter und dass es schon möglichst weit hinauf weggeapert ist.
    Die Z bis A Variante finde ich persönlich spannend. Bei dieser Spielart hättest du ungefähr eine Woche gewonnen, in der schon wieder ein bisschen Schnee geschmolzen ist. Doch auch in der Schweiz gibt es etliche Pässe, die du überwinden musst.
    Ich bin schon sehr neugierig auf deine nächsten Schritte.
    Alles Gute

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 27, 2017

      HI,

      leider hat Stage #3 nicht geklappt. Hab’s zwar nur von NOrden probiert, aber es geht wohl beides nicht.
      Ich hoffe, auf mehr Glück bei Z bis A 🙂

      Liebe Grüße, Ania.

  5. Antworten

    baugue, Günter

    Mai 26, 2017

    Hallo Ania!
    Habe wieder mal bei dir hineingeschaut und es ist echt schwierig.
    Ich habe dir gesagt, die Hunde sind das Problem aber jetzt sind es eigentlich die Hütten.
    Ich habe einen Freund in Graz, der mit Schneeschuhen in den Bergen wandert und einfach im Schnee mit dem Biwaksack nächtigt. Der meinte, das du nicht viele km machst und das stimmt. 14,5 im Schnitt ist nicht so viel. Aber wenn du einfach die Strecke gehst und dann keine Hütte findest könntest du das machen aber nicht mit den Hunden. Möchte jetzt nicht in deiner Haut stecken. Dachte auch, dass es einfacher wäre.
    Viel Glück weiterhin.

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 27, 2017

      Hallo Günter,

      ja die Hunde, die Hütten, der Schnee … leider lässt sich tatsächlich alles drei nicht vereinbaren. Gestern hab eich wieder gemerkt, wie die zwei bei der Hitze leiden …

      Aber wir machen weiter, so lange es halt klappt 🙂

      Danke und liebe Grüße, Ania.

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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