A-Wurf Höhe statt Ferne Shiroi Kiba

Alltag in der Casa Shiroi Kiba

By on August 23, 2018

Die Welpen

Die kleinen Würmchens bleiben Würmchens bis zum 10. Tag, wo sie dann die Augen öffnen. Bis dahin robben sie blind und taub kreisförmig in der Wurfkiste herum, auf der Suche nach der Wärmequelle oder dem Geruch nach Muttermilch. Das ist das Einzige, was sie im Moment wahrnehmen. Wenn sie Glück haben, stoßen sie bei ihrer Suche auf Ryoko und da sogar auf eine Zitze. Dann wird sofort angedockt und die Welt ist in Ordnung. Oft haben sie aber weniger Erfolg und landen bei einem anderen Körperteil der Mutterhündin. Wenn sich nichts Saugbares findet bzw. sie an etwas saugen, wo keine Milch rauskommt, geht das Geschrei los und die Suche weiter. Sie versuchen dann tollpatschig über diverse Hindernisse drüber zu krackseln, wie z.B. die im Vergleich riesig wirkenden Mama-Pfoten. Oder sie probieren die Hindernisse zu untergraben, in dem sie sich unter Ryoko durchzwängen. Dabei werden die Vorderpfötchen supermanlike nach vorne gestreckt und mit den Hinterpfötchen ganz kräftig gearbeitet. Das schaut irrsinnig anstrengend aus und wenn man dann endlich das Ziel erreicht hat und angedockt hat, hat man sich die Mahlzeit auch wirklich verdient! Ab und zu bleibt ein Welpe aber auch mitten drinnen stecken. Dann schauen bei Ryoko Teile von kleinen Würmchens hervor. Einfach nur süß.
Oft erwischen sie aber einfach auch nur ein Schwesterchen, auf das sie sich zwecks kurzem Nickerchen legen, um sich kurz darauf ausgeruht weiter auf die Suche zu machen.
Wenn nicht gerade die Milchbar aufgesucht wird, widmen sich die drei Mädels ihrer zweiten Beschäftigung, dem Schlafen. Das klingt ganz banal, ist es aber nicht! Die richtige Stelle für die Ruhephase zu finden, ist schwer. Wieder wird gerobbt, diesmal aber weg von der Mama. Fürs Kuscheln sind 32 Grad im Schatten einfach zu viel. Am liebsten sind ihnen die Plätzchen unter den Abstandshaltern und da im Eck. Gottseidank hat eine Wurfkiste vier Ecken, so sind Knobeln oder Reise nach Jerusalem Spielen nicht notwendig. 🙂 Anfänglich hat das doch für einige Panikattacken gesorgt, als plötzlich nur mehr ein Äffchen zu sehen war. Jetzt weiß ich aber, wo ich zuerst nachschaue. 🙂

Schlafen – trinken – schlafen – trinken … fasst weiterhin den Welpenalltag in der Wurfkiste sehr gut zusammen. Den drei Mädels geht es gut! Sie haben, wie es im Buche steht, nach einer Woche das Doppelte des Geburtsgewichts erreicht und genießen ihr noch blindes und taubes Leben.

Die Mama

Außer Robben, Trinken und Schlafen haben die Welpen nichts zu tun. Sogar für das kleine und große Geschäft ist die Mama zuständig. Sie muss die Welpen schleckenderweise am Bäuchlein massieren, nur dann können sich die Kleinen lösen. Es ist unglaublich, mit welcher Zärtlichkeit sie mit ihrer deutlich größeren Schnauze die Welpen hin und her schiebt, sie an der Milchbar versorgt, schleckt und putzt! Das ist schon ein anstrengender Job und die Hitze macht es ihr nicht leichter. Sobald die Hausarbeit erledigt ist, flüchtet Ryoko auf die kühlen Fliesen in die Küche. Wirklich schlafen kann sie aber auch dort nicht, immer ein Ohr Richtung Wurfkiste gedreht und lauschend, ob sie nicht gebraucht wird.
Der Mutterinstinkt ist sehr stark und sie macht ihren Job wirklich sehr gut! Fast schon zu gut. Die kleinen Äffchens abwiegen geht nur, wenn Ryoko gerade ihre Gartenrunde dreht. Sonst bleiben sie nicht lange auf der Waage liegen, schon eilt die Mama zur Rettung! Der Beschützerinstinkt greift da ein, obwohl ich sicher bin, dass Ryoko uns vertraut. Aber ihre Babys in der Gegend herumtragen ist noch nicht drinnen. Auch gegenüber Vaishavi und den Katzen ist sie skeptisch. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Ishani hat genau einmal einen Blick in die Wurfkiste gewagt und akzeptiert, dass da jetzt Außerirdische wohnen. Somit konzentriert sie sich jetzt wieder darauf, jedes frischgewaschene Kleidungsstück mit ihrem Fell zu dekorieren und einzuliegen. Aquinnha ist das so oder so egal, sie okkupiert ja eh unser Bett, meine Tastatur und immer genau den Sessel, auf den ich mich gerade setzen wollte.

Vaishavi

Die Leidtragende ist hier sicher Pups. Bevor die Welpen kamen, spürte sie schon die Veränderungen. Sie hat sich sehr fürsorglich um Ryoko gekümmert, hat sie geputzt und beschnofelt und beim Spaziergang auf sie gewartet. Sie war hier die Ranghöhere, auch wenn es immer wieder doch die eine oder andere Diskussion gab. Aber alles in allem kann man sagen, dass sich die Zwei lieben und brauchen. Doch jetzt sind die Welpen da. Ryoko ist Mama und werfen darf in einem Rudel nur die Leitwölfin. Die Positionen haben sich verschoben und ich war wie perplex, als vorgestern Vaishavi Ryoko die Lefzen geschleckt hat – eine Unterwürfigkeitsgeste! Sie hat den Switch ohne irgendwas akzeptiert!
Von den Welpen hält sie sich aber fern. Sie hat die Küche für sich und den Garten. Auch früher ist sie nur ganz selten ins Wohnzimmer gekommen, warum sollte sie es jetzt tun? Weil dort ständig wer quiekt? Weil wir dort viel Zeit verbringen? Weil Ryoko dort ist? Weil unsere Gäste dort entzückt die Kleinen bewundern? Nope – das interessiert sie alles nicht, solange sie ihre Ruhe hat.
Ich bin schon sehr gespannt, wie das Zusammentreffen mit den Welpen sein wird. Wird Vaishavi die Quälgeister akzeptieren? An sich ist sie ja nicht gerade die Welpenfreundlichste.

Die täglichen Spaziergänge sind für sie etwas nervig geworden. Zuerst gibt es den Kurzen, mit Ryoko die Eselstiege runter, in den Wald Geschäft erledigen und dann die Eselstiege wieder rauf. Gestern haben wir es immerhin auf ganze 12 Min gebracht. Heute war nach 4 Sense. Pups weiß da nie, ob sie jetzt den Stress hat, in der kurzen Zeit alles erledigen zu müssen, oder ob wir dann nochmal nur zu zweit gehen, was wir eigentlich immer machen. Leider ist es dann meist schon spät und heiß und ohne Ryoko ist Vaishavis Motivation so oder so nicht besonders groß. Kurz zusammengefasst sind die Spaziergänge eher ein Krampf.
Aber wieder zuhause lässt sie die Sonne auf ihren Bauch strahlen und die vor lauter Welpen-Stress kahlgeschleckten Stellen pflegen. An so etwas merkt man immer, dass es sie doch mehr beschäftigt, als es auf den ersten Blick scheint.

Oma

Ich hab zum Glück keine Zeit, um mir die Haare vom Kopf zu reißen 🙂 Stress hätte ich ja genug. Dabei hätten wir angenommen, jetzt käme die ruhige „außer Welpen beobachten ist nichts zu tun“-Zeit. Zugegebenermaßen ist das schon eine Hauptbeschäftigung, aber mit diesem Vergnügen kamen auch weitere wunderbare Pflichten.
In der Früh dürfen wir die Welpen wiegen, und weil es so schön ist, zu beobachten wie sie sich entwickeln, wiegen wir sie am Abend auch. Immerhin waren das am Anfang die einzigen zwei Male, wo wir uns getraut haben, sie anzugreifen.
Jedes schlaue Buch sagt was anderes, aber in einem stand drinnen, man soll die Äffchen gleich von Anfang an, an den Menschen und das Kuscheln gewöhnen. Diese Version gefiel uns deutlich besser als die Nichtangreifvariante und wurde bald in die Praxis umgesetzt. Natürlich ohne zu übertreiben. Die Kleinen sagen eh, ob es ihnen gefällt oder nicht und zwar mit ganz lautem Quieken. 🙂
Die Wurfkiste wird jeden Abend während dem Wiege- und Vermessvorgang gereinigt, die Decke ausgetauscht und ausgekocht. Vor allem Ryokos Fell macht hier den meisten Dreck und sie verliert sehr viel, bei der Hitze sicher ein angenehmer Nebeneffekt. Damit die Kleinen dazwischen nicht zusätzlich auch noch Fellberge überwinden müssen, sammle ich dieses immer wieder auf, dazu eignen sich übrigens Gummihandschuhe am besten. Nicht dass es notwendig wäre, aber es ergibt sich wieder ein Grund, Zeit zwischen den Welpen zu verbringen. 🙂

Sonst genieße ich die Zeit und widme mich den Dingen, die mir Spaß machen, wie

  • Gästebuch gestalten
  • Welpenfotos machen … macht viel Spaß

Beißkorb- und Leinenpflicht erfüllt

  • Welpenfotos aussortieren und bearbeiten … macht weniger viel Spaß
  • Webseite erweitern
  • Blog schreiben
  • bereits die ersten Gäste empfangen

Besuch

Natürlich wollen viele unserer Freunde die Welpen sehen und das freut uns sehr! Ryoko und die Welpen bekommen ganz tolle Geschenke, Vaishavi die Aufmerksamkeit, die sie braucht, die Katzen ganz viele Streicheleinheiten und Leckerlies und Tom und ich Möglichkeit, neue Rezepte auszuprobieren.
In der ersten Woche wurde es uns aber doch zu viel – es war jeden Tag wer da. :-/ Also haben wir beschossen, offizielle Besuchstage einzuplanen und Timeslots zu vergeben. 🙂
Eine Pflicht hat jeder Gast: ein Foto vor der Welpenkiste für das Gästebuch, in dem auch ein passender Eintrag erfolgt. Eure Kreativität ist gefragt!

Milchstau

Zu den wunderbaren Dingen gehören leider auch die weniger schönen. Bereits am dritten Tag hatte Ryoko eine ganz verhärtete Zitze 🙁 wahrscheinlich durch uns verschuldet … nachdem alles so natürlich verlief, hätten wir auch bei der Säuglingsverpflegung darauf vertrauen sollen, dass Mutter und Babys wissen was sie tun. Da aber Ryoko 10 Zitzen hat und nur von drei hungrigen Mäulern gemolken wird, entstand die Angst, die Plätze an der Milchbar wären ungleich besucht. Was auch stimmte. Die kleinen Monster sind so faul, dass sie standardmäßig die großen, leicht zugänglichen und gut durchfluteten hinteren Zitzen ansteuerten. Es ergab sich immer wieder ein richtiger Kampf um eine Zitze, obwohl weitere neun frei waren. Somit fingen wir an, die Äffchens umzuplatzieren, um auch die Vorderen zu entleeren. Tatsächlich scheint aber Mutter Natur das so eingerichtet zu haben, dass wo mehr gesaugt wird, auch mehr produziert wird, wo weniger gesaugt wird, wird weniger produziert. Als wir uns also einmischten, verhärtete sich die hintere Zitze. 🙁 Es kam nicht mehr weiße Milch raus, sondern auch leicht rosa verfärbte Flüssigkeit. Die diversen Hotlines wurden wieder zu Rate gezogen, diesmal auch erweitert um diverse kürzlich gewordene humanoide Mütter. Da gibt es ja ähnliche Probleme und Tipps gab es viele, von Sauerkraut über Wollfett bis Hin zu Topfen. Letzteren ließ uns Gerhard schon vor der Geburt einbunkern und nun als 15 Min-Umschläge anwenden. Ein bisschen schlecken durfte Ryoko natürlich auch. Zusätzlich gab es Globuli und Massagen. Die Welpen wurden als Absaugpumpen immer wieder angedockt. Solange kein Fieber da war und die Flüssigkeit nicht eitrig gelb, war das ok. Zwei Tage hielt das Problem an und als alles wieder ok war, beschlossen wir uns nicht mehr einzumischen. Die wissen schon was sie tun!

Hitze

Etwas, wo wir sehr wohl eingreifen müssen, wo wir einfach wirklich gebraucht werden, ist der Kampf gegen die Hitze. Akitas kommen aus dem kühlen Norden von Japan, jagen Eisbeeren, lieben Schnee, bevorzugen den Winter. Die aktuelle hochsommerliche Hitze ist definitiv nicht ihr Klima.
An einem der heißesten Tage dieser Woche hörten die Äffchens nicht mehr auf zu Quieken, nein, eigentlich war es mehr ein Schreien und fiel nach Lydias Beschreibung in die Kategorie „mir geht es nicht gut“ und nicht in die Kategorie „ich bin unruhig, weil ich die Zitze nicht finden kann“. Laut Kurts Frau, der wahren Informationsquelle aus dem Hause Zeilinger, gibt es nur die zwei. Zweiteres sind kurze, hintereinander kommende Quiekgeräusche, Ersteres ein ununterbrochenes Schreien. Das hatten wir hier, es war herzzerreißend. Wir schickten Ryoko rein, die versuchte, sie zu stillen, zu massieren, zu putzen, … aber das tat sie ja schon den ganzen Tag und es half auch nicht. Die Bäuchleins waren auch nicht hart. An der Ernährung und Verdauung konnte es also nicht liegen. Ob Welpen, wenn sie langsam die Augen aufmachen vor Angst quietschen? Zähne werden sie wohl noch keine bekommen. Und wenn ja, schreien sie da überhaupt so wie bei menschlichen Babys?! Recherchen ergaben ein eindeutiges Nein, sie beißen. 🙂
Es konnte also nur mehr die Hitze sein!

Wir bastelten uns ein 3-Komponenten-Welpen-Kühlsystem.

  1. Eine Miniklimaanlage, welche wir damals für unseren ersten Sommerwohnmobilurlaub mit Welpe Ryoko gekauft haben. Leider ist sie mehr laut als kühlend, aber schaden tut sie auf keinen Fall.
  2. Der Ventilator, auf den wir aber keine nassen Tücher mehr hängen. Das bringt wenig. Iza, die wiederrum alle möglichen befreundeten Boxerzüchter hinzuzog, brachte die Idee auf, in Glasflaschen gefrorenes Wasser vor den Luftstrom zu stellen! Genial!
  3. Diese Idee wurde gleich ausgeweitet und wir verteilten auf die Abstandshalter ebenfalls Tiefkühlwasserflaschen und -Akkus. Das entzog der Wurfkiste Wärme und die Welpen robbten sofort unter diese kühlen Stellen!

Es funktionierte! Sie beruhigten sich! Der Sommer durfte bleiben.

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tiefster Punkt: 0 m
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Gipfel: 7
davon 2000er: 6

Tage unterwegs: 103 d
davon Regentage: 15 d
davon Tage in Begleitung: 36 d
davon Pausentage: 14 d

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davon T5: 3

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