Ein Sommerspaziergang Phase 4

Bienvenue en France – finalement

By on Juli 21, 2017

Nach dem unglücklichen ersten Tag im roten Cape in Frankreich, der dann erst recht in einem italienischen Rifugio endete, war der zweite Tag deutlich besser und da ich dann erst so richtig das Grenzschild passierte, kann man das als ersten Tag im vorletzten Land meines Sommerspaziergangs zählen.

Zweite Chancen

Gestartet bin ich um 6:00, nachdem ich doch nicht im Dunklen und doch nicht ohne Kaffee gefrühstückt habe. Zuerst schaute es ganz schlecht aus. Der Generator lief nicht und ohne dem gab es kein Licht. Aber ich wollte meine Stirnlampe ja eh nochmal ausführen. Das versprochene Frühstück wurde am Tisch hergerichtet, aber zur Milch gab es keinen Kaffee in der Thermoskanne. Vergessen? Kurz vor halb sechs hörte ich Bewegung im Haus und der gestern unfreundlich wirkende, angeblich nicht englisch sprechende Italiener stapfte mit einem Good Morning an mir vorbei ins Freie. Das Bild von mir mit meiner Stirnlampe am Frühstückstisch muss ihn wohl amüsiert haben. Kurz darauf hörte ich das Brummen des Genetators und roch Kaffee. Er gesellte sich zu mir und fragte über meine Reise und die weitere Route und gab Tipps für die geplante Etappe. Er war sehr nett und hat definitiv eine zweite Chance verdient. Eigentlich war er fast zu nett. Er begleitete mich hinaus und wollte mich unbedingt gehen sehen. Dies machte es mir unmöglich den ersten Cache seit langem dort zu holen. Er selbst hatte keine Ahnung von Geocachen und war sehr skeptisch, also ließ ich es.

Challenges

Ich habe seit 29.06. keinen Cache mehr online geloggt. Je tiefer in den Süden und je tiefer in den Piemont es ging, desto seltener wurden die Caches. Ich wusste, ich muss tricksen, wenn ich meine 365 Tage Challenge fertig machen möchte. Ich fing an mich in die Logbücher mit aufeinanderfolgenden Daten zu schreiben, auch wenn ich die Dosen am gleichen gefunden habe. Das zog ich bis 11.07. durch. Und dann war es komplett aus mit den Dosen. Wenn mal eine eingezeichnet war, dann wurde sie seit 2015 nicht mehr geloggt und die Suche machte dann erst recht keinen Spaß, wenn man gar nicht weiß, ob sie denn überhaupt noch da ist.
Gestern fiel dann die endgültige Entscheidung. Ich pfeif auf die Challenge!! Es gibt wirklich Nettere und Spannendere. Es ist zwar sehr schade, denn ich hab wirklich schon viel Zeit in sie investiert, aber was nicht geht, geht einfach nicht. Somit war es auch nicht so schlimm, dass ich die Dose beim Rifugio nicht suchen konnte. Ich wollte auch kurz nochmal checken, ob am Weg vielleicht doch noch weitere waren, das App funktionierte aber gerade nicht. Ich war mir aber sicher, das schon überprüft zu haben. Also wanderte ich wiedermal ohne Aussicht auf Dosen los.

Herausforderungen

Gleich nach dem Passieren des France Grenzschildes kam ich auch zu der Infotafel des Nationalparks mit dem Hundeverbotshinweis, die Betonung lag auf “sogar an der Leine”. Die dürften es hier wirklich ernst meinen, auch wenn mich kurz darauf ein Hirtenhund begrüßte.
Der Parc National Du Mercantour stellte sich als sehr schön heraus. Wieder ging es nicht gleich mal den Berg rauf sondern ich wanderte eine Zeitlang einfach mal einen schönen Bach entlang bis zum Talschluß. Man merkt, dass hier alles für Tagestouristen nett hergerichtet ist. Erst gegen Ende kurz vorm ersten Pass wurde es alpin, immerhin ging es über 2700m.
Die heutige Etappe hatte es in sich und war laut geplanten Stunden die bisher längste. Sie bestand eigentlich aus zwei zusammengelegten oder eineinhalb, je nachdem. Das Höhenprofil zeigte drei Gupfs, also mehr oder weniger drei Pässe, wobei nur zwei davon ernst zu nehmen waren. Dazwischen gab es eine Einkehrmöglichkeit, die ich auch wahrnahm. Ein sehr netter Französischer Opa brachte mir Kaffee und wir versuchten uns auf französisch zu unterhalten. Ich wollte ihn fragen, ob es ok sei, wenn ich meinen mitgebrachten Frühstückskuchen zum Kaffee verspeise. Daraufhin brachte er mir die Speisekarte 😉, aber alles in allem ein sehr nettes Päuschen.

8h statt 11h

Drei Stunden früher als von Koomi geplant kam ich dann in Saint-Dalmas-Le-Savage, einem sehr netten französischen Örtchen an und wurde von Alessandra herzlichst empfangen. Das Maison d’Etoile ist kein richtiges Gite D’Etape, das französische Posto Tapa, dafür ist es zu teuer, aber sie hätten Hunde genommen und deswegen landete ich hier. Und es war wirklich super! Nicht das chaotische Zimmer, nicht die Gemeinschaftsdusche, nicht das ungepflegte Haus selbst, aber der Abend mitAlexandra, Patrice und sieben weiteren Franzosen, die hier Urlaub machten. Gegessen wurde bei den Gastgebern im Wohnzimmer, es gab viel Wein zum leckeren Essen und nette Gespräche, die der englischen Sprache mächtigeAlexandra versuchte zu übersetzten. Es ist hier gar nicht so übel mit diesen Franzosen in diesem Frankreich, sie verdienen definitiv ne zweite Chance!

Frust

Das dämmte etwas den Frust des Tages. Als ich meinen Plan für die kommende Tour machte und wiedermal auf der Geocaching Seite nach Dosen suchte, fiel mir auf, dass ich an beiden hohen Pässen an zwei wirklich coolen T4er Caches vorbeigelaufen bin. Auf der einen Dose saß ich quasi drauf. Das machte mich echt fertig, denn bei dieser Tour hätte ich diese zwei Dosen echt verdient!!

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 25,9km
überwundene Höhenmeter: 1300 bergauf / 1770 bergab
höchster Punkt:
tiefster Punkt:
Stunden unterwegs: 8h

absolvierte Stages: 2
gefundene Geocaches: 0
davon T5: 0

Kosten: ?
Übernachtung inkl. Frühstück: ?
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Route auf Komoot

Route

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8 Comments
  1. Antworten

    Volker

    Juli 23, 2017

    Hallo Ania,
    Das mit deVorbeilaufen an Dosen kenn ich. Gestern fiel mein Handy aus, weil der Akku leer war und heute vergaß ich einfach zu suchen. Aber wie sagte Gert so schön: Dosen sind das falsche Motiv, um zu wandern.
    Liebe Grüße und guten Endspurt
    Volker

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Juli 25, 2017

      Hi, Motiv sind sie eh keines, aber Belohnung … und da werde ich zum kleinen Kind, wenn ich meine Belohnung nicht bekomme 😉
      Liebe Grüße und Danke!

  2. Antworten

    Babsy

    Juli 23, 2017

    So eine sch….., ich versteh deinen Frust! Schrei einmal laut, so richtig laut, das hilft!

  3. Antworten

    K2

    Juli 25, 2017

    Hallo Ania.

    Es gibt in der Gegend des Mercantour einen tollen und raren Virtual mit Gebirgspässen (im Zweifelsfall in mein Profil schauen – nun ist es von Vorteil, daß ich seit Herbst 2014 noch nicht online geloggt habe).
    Bin gespannt, welchen Paß der Tour Du dafür nimmst.
    Info wäre schön.
    K2.

    • Antworten

      Martina

      Juli 25, 2017

      Wurde dieser Virtual nicht archiviert? Ich hatte den auch schon auf dem Radar.

      • Antworten

        Frank_Z

        Juli 25, 2017

        Martina hat recht, leider: http://coord.info/GCB652 im Mai ohne Vorwarnung. Es scheint jemand vom HQ hat die Bookrmarklist “Caches Excluded from Souvenirs and Statistics” durchgearbeitet.
        Eigentlich war das ja ein Reversecache, der als Virtual gelistet war. Bei mir war es übrigens der Passo Ombretta am Fuße der Südwand der Marmolada: https://coord.info/GL4E25H8
        Einen Reverse-Earthcache kann ich noch als Alternative anbieten: http://coord.info/GC14YTD

      • Antworten

        K2

        Juli 26, 2017

        Hallo Martina.

        Jo, wurde im Mai aus USA archiviert: GCB652

        Schöne Grüße
        Kai.

      • Antworten

        weltraumaeffchen

        Juli 26, 2017

        Schade, ein Geisterchen könnte ich echt gut gebrauchen. Hab da so eine blöde Challenge in meiner Homezone, für die ich 12 Virtuals in 6 unterschiedlichen Ländern brauche. Wird wohl nie zu einem Smiley werden …

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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