Ein Sommerspaziergang Phase 1

Die Irrwege von K2 und Koomi

By on Mai 1, 2017

Es gibt einige Vorteile, als erster Weiterwanderer der Saison unterwegs zu sein:

  • Etagenduschen- und Mehrbettzimmer für mich ganz allein
  • Noch haben die Wirten nicht genug von uns, also wird man überall freundlichst und interessiert empfangen
  • Es ist kaum überfüllt, man bekommt leicht einen Sitz- und Schlafplatz
  • Es ist alles noch frisch und sauber

Es hat aber auch Nachteile und der größte ist, dass die Hütten, zumindest das Koschutahaus, noch nicht wirklich aufgeheizt sind. Die 7Minutes am Abend haben mich nicht wirklich aufgewärmt, die Dusche war zwar warm, aber bis ich wieder im Zimmer war, kühlte ich total aus und im Bett war mir am Anfang trotz zweier Daunendecken uuuur kalt, also nicht nur kurz, sondern auch schlecht geschlafen.
Das Frühstück und vor allem der gute Kaffee haben das wieder gut gemacht und um 8:30 waren wir bereit für ein neues Abenteuer … und die heutige Wanderung war wirklich ein Abenteuer.

Die Irrwege von K2

Als ich auf den Freiberg raufspazierte dachte ich mir, Martin muss sich vertan haben, als er empfahl Stage 12 ja nicht bei Schlechtwetter zu machen. Heute war genau diese dran, aber Sonnenschein, alles trocken, also perfekt. Aber auch so schien die Gegend hier ein leichter Sommerspaziergang zu werden … bis ich dann den kleinen Umweg von 400m zur Stage machen musste. Links von uns tiefer Abgrund, rechts steile Felsen, Wegbreite maximal 15cm … wo uns der Owner da wieder hin führt? Noch spannender wurde es, als auf einmal ein Seil zum Festhalten in der Wand montiert war. Ich habe dann sofort auch Vaishavi am Gurt angeleint, d.h. ich hatte hinten ca. 18kg am Rücken und vorne am Gurt zwei Hunde mit 25kg bzw. 30kg hängen … wenn einer stolpert, fliegen wir alle. Mich am Seil festhaltend hoffte ich, dass die Pupsen nichts wittern, denn sie schienen schon die ganze Zeit sehr nervös zu sein und nicht nur wegen dem Weg. Wobei auch da war sogar unser Klettermaxe Ryoko nicht ganz so sicher unterwegs und wollte bei einer Stelle auch nicht wirklich vorbei. Erst als ich sozusagen die Schutzmauer nach unten hin machte ist sie weiter.

Und das alles wegen einem Schi?!

Nach Beantwortung der spannenden Frage nach der Schimarke versuchte ich dann zuerst mein Glück weiter auf dem Weg, denn nicht weit entfernt wäre ein kleiner inoffizieller Umweg nötig, um wieder auf die geplante Route zurück zu kommen – Wegersparnis 400m! Also versuchten wir den steilen Hang zum Wanderweg zu queren. Nach dem ersten Sturz und als weit und breit kein Wanderweg in Sicht war, kehrten wir um. Koomi war ja schon wieder ganz nervös und schrie direkt ich solle umkehren.

Zurück bei der Abzweigung machten wir Rast. Hier war das erste schöne Platzerl mit Tisch und Bankerl seit Anfang dieser Reise! Das musste natürlich ausgenützt werden.

Die Irrwege von Koomi

Gestärkt wollten wir den breiten, schönen Wanderweg nach Waidisch nehmen, aber Koomi war nicht einverstanden. Sie hat einen anderen Wanderweg vorgeschlagen. Ich konnte meinen Ohren und Augen nicht glauben. Er verlief ca. 100m tiefer als die Irrwege von K2. Aber gut, wenn sie meint – ist ja immerhin die geplante Route gewesen.

Das Ganze war nun nicht weniger aufregend, als K2s Weg, nur deutlich weniger begangen, denn der 15cm breite Weg war auch noch mit einer 15cm dicken, rutschigen Schicht Blätter zugedeckt. Aber er war markiert – mit pinken Punkten. Das hätte mir von Anfang an klar sein sollen, dass ein pink markierter Weg nix kann. Ah ja und er ging ziemlich genau an der Stelle vorbei, wo ich vorher meinen Purzelbaum geschlagen habe.

Aber schön war er, das muss man Koomi lassen. Wir sind entlang eines Bacherls geklettert (anderes kann man das nicht bezeichnen) mit weißen Steinen und glasklarem Wasser, fast schon einladend, denn heiß wäre mir ja genug gewesen.

Sehr froh waren wir dann aber als wir heilen Fußes und heiler Pfoten wieder auf einem Schotterweg gelandet sind und diesen entlang bis zur Lindschi (Gasthof zur Linde) spazierten. Unterwegs konnten wir auch schon den ersten Blick auf’s Ferlacher Horn werfen – das wird morgen ein Spaß!

Mich würde interessieren, wie meine Vorgänger da gegangen sind, welche Irrwege habt Ihr genommen?

da findet nicht mal Pups den Weg

Phänomen

Was die Herren sicher nicht so erlebten, ist folgendes Phänomen, das ich schon beim Riepl erleben durfte:

Kaum habe ich mich draussen hingesetzt und angefangen, das Huhn, welches den Weg vom Terklbauer über das Koschutahaus nun wieder ins Tal hinter sich hatte, zu schneiden, war schon der erste Ansässige mit Auto angekommen und meinte, ob ich die sei, die gestern im Koschutahaus übernachtet hat, mit den zwei Hunden und ob er sich zu mir setzen kann.
Es handelt sich hierbei um die Spezies ca. 50 bis 60 jährig, arbeitslos oder in Frühpension, meist weißen Spritzer trinkend. 
So schnell habe ich mein Huhn noch nie seziert. Verabschiedet hat er sich mit „wir sehen uns beim Frühstück“?!

Ich hab ja noch meine Jause von gestern, das sollte für’s Frühstück reichen 😉

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 14,2
überwundene Höhenmeter: 500
höchster Punkt: 1302m – am Freiberg
tiefster Punkt: 550m – Waidisch
Stunden unterwegs: 6

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten:27,20
davon Übernachtung: 20,-
Getränke (Radler, Kaffee, MangoPago) 7,20
Essen für Tiere: Finis Huhn 🙂
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Route auf Komoot

Route

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5 Comments
  1. Antworten

    K2

    Mai 1, 2017

    Hey Ania.

    1. Der Irrweg heißt “Südalpenweg 03”.
    Beschwerden am besten an Martin und Gert 😉

    2. Pinke Punkte (und andere Zeichen dieser Couleur) werden üblicherweise für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt.
    Eine entsprechende Nutzung für Wander-Markierungen ist mir in Europa noch nicht untergekommen.

    Irr-er
    K2.

    P.S.: Die Frage ist, wie vertrauenswürdig Koomot-OSM-Basis ist …

  2. Antworten

    Volker Rinner-Hänsel

    Mai 2, 2017

    Hallo Ania, auch ich bin auf dem Südalpenweg spaziert und hatte mir da eine Karte kopiert. Waren alles soweit gut gangbare Wege.
    Ja, das mit den Einladungen. Da hast du als Frau schon einen Vorteil. Ich wurde in den ganzen 24 Tagen gerade einmal eingeladen (und das war auf einen selbstgebrannten Schnaps).
    Obwohl das ist nicht ganz richtig: noch in der Steiermark hatte ich zwei Mal das Vergnügen Gast zu sein.
    lg Volker (Sucherer)

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 4, 2017

      Vorteil … hmmm … mein Brummschädel heute findet das eher als Nachteil 😉

      • Antworten

        K2

        Mai 4, 2017

        Das letzte Glas Wein muß schlecht gewesen sein ;-b

        Asketische Grüße
        K2.

        • Antworten

          weltraumaeffchen

          Mai 4, 2017

          oder das vorletzte, oder das vorvorletzte, …

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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