Ein Sommerspaziergang Phase 1

Ein Cache, der mir das Leben rettete

By on Mai 16, 2017

Als ich um 5:00 munter wurde, war der Himmel wolkenlos und das App sagte immer noch 100% Sonnenschein an. Die Motivation war groß … ich konnte mein Wetterglück nicht glauben und wollte so bald als möglich los! Frühstück gab es allerdings erst um 7:30, also schaute ich, dass schon vorher alles, bis auf die Jause gepackt war.
Heute aß ich nur zwei Schalen Müsli, man lernt dazu. 😉 Dafür trank ich drei Megakaffee – endlich mal gscheiter Cafe Latte aus gscheiten Häferln! Das Frühstücksangebot war so groß, dass ich mir vier komplett unterschiedliche Brote machen konnte, vom Brot über den Aufstrich, die Käse- und Wurstvariation bis hin zum Gemüse! Dazu kochte ich mir zwei harte Eier – die Marschverpflegung war also mehr als gesichert und es ging um 8:30 los.

Der Weg war sehr schön und aufregend, denn hinter jeder Erhebung könnte es aufscheinen – das langersehnte Gipfelkreuz! Aber es blieb spannend und erst als wir durch eine Alm mit etlichen Almhütten wanderten und diese schönen Holzbauten bewunderten, war es auf einmal hinter einer Hütte zu sehen! Es war nicht mehr weit und so waren wir pünktlich nach Wanderschildern 2,5h ab Aufbruch beim Kreuz. Es war warm, windstill, wolkenlos und sonnig … so blieben wir fast 1h oben. Ich machte mal ein paar Fotos und probierte endlich die Polarisationslinse und das Fish Eye aus. Unter anderem versuchte ich auch das obligatorische “auf dem Heimkehrerkreuz oben sitzend Foto” zu machen, welches man hier offenbar macht. Leider schaffte ich es in 12sec Selbstauslöser nur bis kurz unter den Querbalken. Dafür habe ich jetzt einige Schiefer in den Händen, an denen ich heute noch arbeiten muss. Mein Gipfelschnäpschen gab es zu einer Tafel Traube Nuss. Ich musste leider festgestellt, dass eine Rast allein irgendwie nicht so lustig ist und über WhatsApp mit Tom anprosten, wenn er in der Arbeit sitzt, auch nicht.
Um 12:00 ging’s dann weiter, um 12:15 war ich wieder beim Kreuz – die Infos für die Variable der Stage hab ich natürlich vergessen. 😉

Dann kam die Überraschung. Am Weg nach Sankt Oswald lag ja noch ein Gipfel mit Kreuz und da musste ich nicht mal großartig mit Selbstauslöser spielen, denn ich traf andere Wanderer! Das war fast die größere Überraschung. Ich bin es so gewohnt, die Berge für mich allein zu haben, dass ich meinen Augen nicht getraut hab!

Dann begann der Abstieg – noch immer 13km, noch immer 4h und es war schon 13:00. Das wird ein langer Tag. Trotz der vielen Pausen waren die Pupsen mittelmäßig motiviert und erst mit Zusatzmotivation durch vorbeilaufende Rehe wurden sie richtig munter. Ryoko rannte mir ständig in die Leine, was ca. alle 10 Schritte einen Ruck an mir verursachte. Es war richtig mühsam und ich langsam müde, die Hitze auch nicht gerade förderlich. Ich hab auch etwas wenig getrunken gehabt, da ich dafür immer den Rucksack runter geben musste. Morgen aktiviere ich meinen Camelbak (*). Jedenfalls war es dann kurz vor Sankt Oswald so weit und ich zuckte aus. Wie das ausschaut? Ich stand wie ein Giftzwerg, dazu passend heute mein kurzärmliges, grünes Leiberl an, am Waldweg schreiend und stampfte die Wanderstöcke in den Boden … bis ich verfehlte und meine Zehe traf! Das tat richtig weh. Die nächsten 10km humpelte ich vor mich hin.

A cache a day keeps the doctor away

Wir waren mittlerweile am Drauradweg, es ging irgendwie nichts weiter, der Zug fuhr an uns demotivierenderweise vorbei … ich dachte, ich schaffe es heute nicht mehr ins geplante Quartier. 😞

Dann bog ich kurz ab, um einen Cache zu suchen. Auf Anhieb mal nichts gefunden, also musste ich den Rucksack abschnallen. Die Hunde machten es sich schon bequem, als ich auf der anderen Straßenseite ein Lokal entdeckte: Bar Restaurant Heimspiel. Zugegebenermaßen ist der Name nicht sehr einladend und so wollte ich zuerst nur einen Coffee To Go holen und meine Suche fortsetzen. Aber als ich rein ging und Ernst gerade frische Erdbeeren für einen Joghurtbecher schnipselte war klar, dass hier eingekehrt wird. Einen Kaffee, ein Tartufo Eis und einen Aperol Sprizer später war ich voller Energie und Motivation, um die letzten 30 Min auch noch durchzustehen und auch den Cache zu finden. Leider hatte ich immer noch zwei Brote, ein Ei und ganz viel Obst mit, sonst hätte ich in dem netten Lokal auch gern zu Abend gegessen, denn es schaute alles sehr einladend aus und Ernst und Daniela waren sehr nett.
Sogar die Wuffis haben ihre heutige Essensration geschenkt bekommen, denn Ernst hatte Rindfleisch über, welches er sonst entsorgt hätte. Das fehlende Gemüse steuerte dann Markus von der heutigen Pension bei. Die zwei Akitadamen wurden heute so richtig verwöhnt, sie haben es sich aber auch wirklich verdient, denn es war die zweite heftigere Tour hintereinander und für ihre Verhältnisse sehr heiß.

Ich musste also gar nicht mehr zum Billa und konnte  mit meinem Abendprogramm starten, bestehend aus Raubtierfüterung, 7Min, Duschen, Essen und Fotos bearbeiten und Bloggen. 😉

Ahja und ein bisschen planen, denn morgen geht es nach Italien und ich weiß noch nicht, wie es mit Internet unterwegs ausschaut und die Roamingänderungen dauern auch noch bis Juni. Somit muss alles fertig geplant sein, offline verfügbar, downgeloadet, abgescreenshotet und bereit.

Umgepackt wird auch, da sich nun die Landschaft verändert hat und es flach und heiß wird.

Die Wanderstöcke wurden generalsaniert und kommen mal hinten auf den Rucksack geschnallt. Ist mir sehr recht, denn bereits nach dem einem Tag Sonne habe ich weisse schlaufenähnliche Stellen auf den Händen. Ich überlege sogar auf meine Jesuspatscherln zu wechseln. Softshellhose wird mal fix gegen die Abzipphose getauscht! Auch meine Gelenke, hier in erster Linie die Knie freuen sich über flaches gehen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die insgesamt 2120m bergauf und 2250 bergab der letzten beiden Tage echt spüre. Wandsitzen und Kniebeugen war heute echt hart und kam in beiden Zirkeln vor!
Auch die Pupsen werden morgen verwöhnt! Da ich so gut wie keine Futtervorräte von ihnen habe, nehme ich mal ihre Rucksäcke, das wird ihnen gefallen.

Meine Zehe ist übrigens blau, aber ganz!

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 22,5
überwundene Höhenmeter: 960 bergauf / 1340 bergab
höchster Punkt: 2317m – Golzentipp
tiefster Punkt: 1073m – Sillian
Stunden unterwegs: 10

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 2
davon T5: 0

Kosten: 57,50
davon Übernachtung: 47,00
davon Kaffe, Eis und Aperol Spritzer: 10,50
Essen für Tiere: geschenkt bekommen
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Heimspiel
Hotel Gesser
Route auf Komoot

Route

Begriffsklärung
Ein Camelbak ist ein Plastiksack für Wasser der hinten im Rucksack steckt, aber einen Schlauch nach vorne zum Trinken hat. Somit kann man jederzeit während des Gehens ohne den Rucksack runterzugeben und alles auszupacken Flüssigkeit zu sich nehmen. Wichtig ist, dass man NUR Wasser einfüllt. Das hat der Verkäufer wirklich oft betont: DU willst da nur Wasser reingeben, glaube mir!
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6 Comments
  1. Antworten

    Volker

    Mai 17, 2017

    Letzter Tag in Österreich.
    Deine gestrige Tour war schon gewaltig! Aber jetzt sind nur noch zwei stages bis Bruneck.
    Ich hatte mich zuerst vor dem Radweg gefürchtet, aber es war ganz schön zu gehen. Und auch die Radfahrer hielten sich in Grenzen.
    Weil ich ja den Karnischen Höhenweg gegangen bin, ist mir der Golzentipp entgangen. Scheint aber ein schöner Aussichtsberg zu sein.

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 17, 2017

      Guten Morgen,

      ich hab auch so meine Bedenken wegen dem radweg, vor allem aufgrund der Hunde … wir werden sehen.

      Hast Du Alternative Stages bekommen, weil Du Alternative Wege gegangen bist?
      Den Karnischen Höhenweg werde ich auch noch irgendwann (fertig) gehen 🙂

      Liebe Grüße, Ania (am Sprung in den sonnigen Wandertag)

      • Antworten

        Volker

        Mai 17, 2017

        Ich habe mit dem Owner vereinbart ihm verwertbare Alternativpunkte auf dem Karnischen Höhenweg zu beschaffen. Dafür half er mir bei den Variablen.
        Ad Radweg: der ist recht breit, schaffst du locker.

  2. Antworten

    K2

    Mai 17, 2017

    Liebe Ania.

    Wow, das Titelbild macht echt Lust, auch mal auf Tour zugehen.
    Monaco ist mir aber denn doch ein wenig zu weit, vielleicht gehe ich für’s Erste mal dorthin, was Du jetzt erstmal verlassen haben wirst: Österreich.
    Klingt nach einem Plan. Das werde ich einfach tun !

    Und bis dahin (und darüber hinaus) behalte ich einfach diesen Blog und Deine tollen Bilder im Blick …

    Sonnige Grüße
    K2 🙂

  3. Antworten

    Michi

    Mai 17, 2017

    Servus Ania,
    ich verfolge schon seit einigen Wochen deinen Blog.
    Faszinierend wie locker du mit allem umgehst. Deine Entschlossenheit, habe ich dir schon am Backhenderl-Event angesehen. 😉
    Was mich besonders freut ist, dass du endlich schönes Wetterr hast, obwohl mystische Nebelfotos auch etwas haben.
    Super was ihr bisher schon geleistet habt.
    Ich wünsche euch weiterhin alles Gute.

    Liebe Grüße
    Michi (jet2mike)

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 19, 2017

      Hallo,

      schön Dich hier zu lesen und danke für die netten Worte.

      Glaube mir, ab und zu wünschte ich mir schon, ich könnte einfach nur einen Spaziergang auf der Donauinsel machen. Aber die meiste Zeit ist es wirklich schön, aufregend, spannend und herausfordernd.

      Liebe Grüße und happy caching, Ania.

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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