Ein Sommerspaziergang Phase 1 Planung

Houston, wir haben ein Problem!

By on Mai 8, 2017

Ich dachte immer bis zum Nassfeld muss ich mal kommen, danach geht es super nett von Hütte zu Hütte. Das stimmt auch, aber erst im Juni. Dass die Wandersaison im Mai beginnt, gilt leider nicht für die Gegend um Nassfeld herum, dort beginnt sie Mitte Juni!

Auf den letzten 5km der gestrigen Tour vom Wurzenpaß nach Feistritz kam dann auch die Hiobsbotschaft von Tom: „es schaut echt schlecht aus, ich glaube Du steckst fest“.

Das waren die längsten 5km meiner Reise bisher und die tränenreichsten … Nervenzusammenbruch? Nein, so schlimm dann doch nicht, aber kurz davor. Ganz viele Fragen poppten auf:

  • Wie, war jetzt alles umsonst?
  • Muss ich abbrechen?
  • Wenn ich abbreche, schaffe ich es dann wieder los zu starten?
  • Oder muss ich mich jetzt irgendwo für 3 Wochen einquartieren?
  • Gehe ich dann ohne Wuffis weiter? Denen war gestern schon zu heiß 🙁
  • War es falsch so früh los zu gehen?
  • Was mach ich jetzt?

Das Gute war, dass so oder so geplant war, dass ich Donnerstag bis Sonntag von meinen Eltern (automotorisch) und von Tom (per pedes) begleitet werde, d.h. ich musste da nicht allein durch.

Als Tom und ich uns gestern Abend durch www und Telefon verbunden vor unsere knapp 400km von einander getrennten Rechner gemeinsam hinsetzten, glaubten wir beide nicht daran, eine Lösung zu finden, außer der, dass mich Tom am Sonntag mit nach Wien nimmt.

Nach 17 Mal umplanen und 2h später war sie da. 🙂

Das Problem:

  1. Am Nassfeld liegt Schnee
    Kommentar eines Gastes vom Gasthof Alte Post: Am Nassfeld liegt immer Schnee, das sollte Dich nicht beeindrucken.
  2. Am Nassfeld haben ALLE Hotels, Ferienhäuser, Pensionen geschloßen, bis auf eine Ferienwohnung, für die man mir den Schlüssel hinterlegen könnte.
    d.h. ich wäre dort gaaaaanz allein, keine Menschenseele auf der Sonnenalpe am Nassfeld, außer meinen zwei Wuffis und mir (und das macht auch erst eine Menschenseele aus)!
  3. Die darauf folgende Straninger Alm hat geschlossen und man kommt auch mit Auto nicht hin, da zwar der Weg schneefrei ist, aber restauriert wird und im Moment nur aus Gatsch besteht. (Info des Straninger Alm Besitzers)
  4. Ich könnte es in einer anstrengenden Tagestour vom Nassfeld bis zur geschlossenen Zollnersee Hütte schaffen, die hat einen Winterraum, den ich benützen kann. Der Schlüssel dafür liegt allerdings in Kötschach Mauthen, welches erst zwei Tagesetappen weiter wäre. Eigentlich hätte ich mir da den Schlüssel schon in Wien holen sollen. Denn ich habe gerade vom Sektionschef des Alpenvereins hier erfahren, dass ich mir in meiner Sektion (Gebirgsverein Wien) den Winterschlüssel für alle Hütten holen kann, aber eben in Wien. Ich frage mich schon, warum ich eigentlich dort um Auskunft gebeten habe und eine der wichtigsten Infos nicht bekommen habe. Sie wussten sowohl wo ich gehe und auch wann ich gehe. Die einzige Auskunft die ich bekam, war, dass ich mir keine Karten kaufen muss, denn ich gehe ja eh von Hütte zu Hütte und kann mich nicht verirren. Denkste. Ich hätte wohl doch zum Weitwanderverein gehen sollen … aber dann hätte Martin mir die Geschichte sicher ausgeredet. 😉
  5. Der Weg zur Stage 20, auch Grat-Wanderung genannt, ist heftig und wahrscheinlich mit Wuffis und ohne Zusatzausrüstung nicht schaffbar.
  6. Das Wellnesshotel Tuffbad, auf das ich mich schon gefreut hätte, ein bisschen Luxus darf dann wieder sein, hat bis 18.05. Urlaub.

Was mich bei diesen ganzen geschlossenen Hütten wundert ist, wieso der Frühstücksraum heute voll mit Pensionisten in Wanderoutfit und mit Rucksack war … na gut, die gehen vielleicht nicht auf Hütten.

Die Lösung:

Die Lösung ist vielleicht nicht ganz im Sinne des Owners und ich bin mir nicht sicher, wie viel Schummeln erlaubt ist, aber wenn es nicht anders geht, dann geht es eben nicht anders:

  1. Nassfeld wird ausgelassen
  2. Mein Unterstützungsteam bestehend aus Mutti, Vati und meinem Schatz, stoßt am Donnerstag bereits auf der Egger Alm zu mir.
  3. Das bedeutet, ich muss aber einen Tag tot schlagen und den habe ich heute in Feistritz an der Gail zum Arbeiten und, wie könnte es anderes sein, zum Planen genützt … und ein kleiner Geocaching Spaziergang war auch dabei. Endlich bin ich in einer Gegend, wo sich diesbezüglich wieder was tut. Ab Eibiswald waren die Dosen ja sehr mager verteilt.
    Ich bin also immer noch im Gasthof Alte Post und gehe erst morgen auf die Feistritzer Alm.
    Sabine von der Hütte war zwar wegen der Frische der Brote, die sie für mich hergerichtet hat, etwas besorgt, aber ich habe ihr versprochen, ich esse sie auch sehr gern einen Tag später.
  4. Am Mittwoch gehe ich dann auf die Egger Alm und esse, wie von K2 aufgetragen, eine Frigga, zwar auf der falschen Alm, aber ich hoffe das gilt auch.
  5. Am Donnerstag bleiben mein Unterstützungsteam und ich ebenfalls noch dort und feiern den 70er von meinem Papa nach – wenn sie gut war, vielleicht wieder mit einer Frigga. Untertags hole ich die Stage 19, die eigentlich am Weg zum Nassfeld liegt, in einer Hin- und Retour Wanderung.
  6. Am Freitag fahren wir (und das ist jetzt der springende Punkt) zur Zollnersee Hütte, für die Tom den Schlüssel in Wien besorgt und während meine Mutti dort mit den Wuffis hoffentlich was Leckeres für uns zum Essen macht, kämpfen sich mein Papa, Tom und ich zur schwer erreichbaren (Eispickel, Steigeisen?) Stage 20. Der Hüttenwirt von der Straninger Alm hat gemeint, dass die Straße zur Hütte mit einem normalen PKW befahrbar sein sollte.
  7. Am Samstag geht es dann mit Auto nach Kötschach-Mauthen und von dort zu Fuß zur Stage 22, die, wenn der Sessellifte gehen würde, ja kein Problem wäre, aber so wird es auch wieder sportlich. Das Abholservice durch die Eltern irgendwo nach der Stage sollte die sonst schwer machbare Tour etwas verkürzen.
  8. Am Sonntag werde ich dann wieder ausgesetzt und muss allein weiter kämpfen, aber ich hoffe, ab dort bin ich dann einfacher unterwegs, denn es wird flacher und die Hütten durch Gasthäuser ersetzt.

Nachdem der Plan stand, waren Tom und ich echt stolz auf uns … jetzt muss er nur noch aufgehen, aber zu viert und noch zwei Wuffis, fällt uns sicher im Notfall auch was ein.

NACHTRAG:

Ok, das wäre dann evt. doch alles zu einfach gewesen. Was wir bei dem tollen Plan übersehen haben, ist nämlich, dass zwischen der Zollnerseehütte und dem Plöckenpass (Richtung Valentinalm) noch die Stage 21 liegt. Wir wollten ja ursprünglich von der Straninger Alm zum Plöckenpass durchgehen, da wäre sie direkt am Weg gelegen. Aber nun starten wir ja von der Zollnerseehütte, also ist alles schon wieder ganz anders. Entweder wir gehen noch am Freitag über die Stage 21 zum Plöckenpass. Oder wir machen das noch am Freitag vom Plöckenpass aus (rauf und wieder runter). Wenn das beides nicht geht, verschiebt sich unser Plan um einen Tag nach hinten. Wir werden das wahrscheinlich am Freitag spontan entscheiden…

mit dem sogenannten Cachemobil (CM) ist alles kein Problem!

ein paar Fragezeichen bleiben trotzdem

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 7,37
überwundene Höhenmeter: 190
höchster Punkt: 583m – Gasthof Alte Post
tiefster Punkt: 583m – Gasthof Alte Post
Stunden unterwegs: 3

absolvierte Stages: 0
gefundene Geocaches: 7
davon T5: 0

Kosten: 85,05
davon Übernachtung: 55,- (+1,25 OT)
davon Übernachtung für Tiere: 10,-
Kaffe, Apfelstrudel und 2x Red Bull: 18,80
Essen für Tiere: mitgeschleppt
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Gasthof Alte Post
Route auf Komoot

Route

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18 Comments
  1. Antworten

    Martin

    Mai 8, 2017

    Ich bleib dabei, dass die Wandersaison in Kärnten im Mai beginnt, aber doch nicht in den Karnischen! Da sperren die Hütten auf, sobald sie vom Tal aus erreichbar sind – die Übergänge dazwischen sind allerdings weitaus länger “spannend”,

    Ich hab hier ein Video für Dich herausgesucht, damit Du Dir ungefähr vorstellen kannst, wie das ist mit Mensch & Hund, wenn da oben zB am Luggauer Törl das Wetter umschlägt: https://www.youtube.com/watch?v=exjWBECh0z8

    Also, überleg Dir das gut!

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 9, 2017

      HI,

      Danke, dass Du Dich wieder meldest. Gut zu wissen, dass Du mich da auch begleitest. Keine Sorge, vor allem auf Grund meiner vierbeinigen Begleiter bin ich mehr als vernünftig. Wenn was nicht geht, dann geht es eben nicht.

      Ich werde bis mal die Hütten alle offen haben, eher immer rauf runter gehen. Noch gebe ich nicht auf 🙂

      Danke für das Video. Voll witzig, Tom hat sich damals geweigert, den Film mit mir anzuschauen. Ich kann zwar nicht zaubern, aber ich seh mich eher als die Nanny und dem Wuffi geht es auch gut – also alles bestens 🙂

      Liebe Grüße, Ania.

  2. Antworten

    K2

    Mai 8, 2017

    Hui, ui, die entscheidenden 57 Gramm.
    Ich hatte sie damals umsonst dabei.
    Bis Monaco (obwohl ich sie spätestens in Rimella mit der ER-DE hätte zurückgehen lassen können).

    K2.

    P.S.: Dank Paranoia werden sie wohl auch dieses Jahr Mitte Juni den Weg in das Rucksack-Deckel-Fach finden.
    P.P.S.: Zu den Aussagen/dem Verhalten der (falschen) Wiener (Frage des Tages: Sind das dann Schweine-Schnitzel ?) fällt mir neben Kopfschütteln nur ein: “Einmal mit Profis arbeiten ….”:
    https://image.spreadshirtmedia.net/image-server/v1/compositions/22247356/views/1,width=800,height=800,appearanceId=1,backgroundColor=E8E8E8,version=1478003241/einmal-mit-profis-arbeiten-mafia-von-ruthe-t-shirts-maenner-t-shirt.jpg

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 9, 2017

      ja die 57g werden gemeinsam mit dem Winterschlüssel nachgeliefert und begleiten mich zumindest mal bis nach Innsbruck. … dann schauen wir weiter … irgendwann muss ich ja in die Saison kommen 😉

  3. Antworten

    Apollo

    Mai 8, 2017

    Klingt nach einem spitzen Plan!
    🔝

    Du hättest heute meiner Familie in Göriach winken können als du durchspaziert bist.
    😊

  4. Antworten

    Volker

    Mai 9, 2017

    Hallo Ania,
    Du machst aus deinem Spaziergang ein wahres Abenteuer! 😉
    Ich glaub kaum, dass der Owner ein Problem mit deiner Vorgehensweise hat, denn seine Rechnung geht ja voll auf: er bekommt einen ganz spannenden Reiseblog von dir geliefert. Du kannst ihn ja einmal anschreiben und fragen, ob er keine alternativen Punkte bei der momentanen Schneegrenze braucht.
    Ich bin aber wieder einmal froh, dass ich als Lehrer erst im Juli frei habe und daher mein Projekt auf drei Jahre aufgeteilt habe. Obwohl so ein durchgängiger Spaziergang sicher noch einmal mit anderen Qualitäten aufwarten kann.
    Lg

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 9, 2017

      HI,

      bin eh in kontinuierlichen Kontakt mit dem Owner und fühle mich da auch sehr gut betreut, auch wenn ich eher ungern Tipps entgegen nehmen. Bin ja der Meinung auch die Planung und Bewältigung diverser Problem gehören zu dem Lösen dieses Multis, ist immerhin auch ein D5 😉
      Der Owner tut sich eh sehr schwer mir keine Hints zu geben und beißt sich sicher oft auf die Zunge … oder verpackt die Hints so gut in Emails, dass ich sie dezent überlese 😉

      Ein bisschen beneide ich Dich, um die Möglichkeit hier alles im Sommer zu genießen … ich versäume etliche Hütten mit genialem gailtaler Käse. Es ist auch sicher nett einfach ohne Kopfzerbrechen von A nach B zu gehen. Andererseits liebe ich Abenteuer und Herausforderungen und da komme ich definitiv gerade auf meine Kosten … und irgendwann gehe ich dann auch nur mehr von A nach B.

      Wünsche Dir viel Spaß jetzt schon bei Deinen Vorbereitungen! Ist auch ein toller Teil dieser Reise.

      Liebe Grüße, Ania.

      • Antworten

        K2

        Mai 9, 2017

        Geschenke gehören verpackt ! – Das gehört zum guten Ton.

    • Antworten

      K2

      Mai 9, 2017

      Meiner (bescheidenen) Meinung nach, darf der Owner kein Problem mit der gewählten VorGEHENsweise haben ! – Und selbst andere VerFAHREN sind in Einzelfällen zu tolerieren.

  5. Antworten

    Volker

    Mai 9, 2017

    Danke! Ich freu mich auf deine weiteren Berichte.
    Lg

  6. Antworten

    Novi

    Mai 9, 2017

    Hey Ania,

    bis heute habe ich mich mit Kommentaren, Ratschlägen, Infos und sonstiger guter/schlechter Bemerkungen zurück gehalten und mich nur auf das Lesen und “following” deines blogs beschränkt.
    Aber damit ist jetzt Schluss!
    Sag, bist Du denn des Wahnsinns??? Wir haben ja schon alle möglichen dummen Sachen probiert, aber so etwas? Du hast vor, ZWEI Mal hintereinander Frigga zu essen? Du hast echt keine Ahnung, worauf Du Dich da einlässt! Danach kannst Du wirklich 3 Wochen auf der Egger Alm ausharren und dann gemütlich von Hütte zu Hütte weiterwandern… 🙂

    Jedenfalls Liebe Grüße,
    NuI

    • Antworten

      K2

      Mai 9, 2017

      Also mit jeden Morgen Frigga zum Frühstück, hätte ich wahrscheinlich bei meinem letzten Spaziergang keine Gewichts- bzw. Umfangsprobleme bekommen.

      Neidische Grüße
      K2.

      • Antworten

        K2

        Mai 11, 2017

        Weil viele Nachfragen kamen: Die skizzierten Probleme bezogen sich natürlich auf Reduktions- und nicht Additions-Folgen !

  7. Antworten

    Volker Rinner-Hänsel

    Mai 11, 2017

    Jetzt hab ich mich doch tatsächlich schlau machen müssen, was es mit der legendären Frigga auf sich hat.
    Ja: das schaut nach einem deftigen Essen aus, das einem Weitwanderer oder einer Weiterwanderin würdig ist.

    • Antworten

      K2

      Mai 11, 2017

      Mehr als würdig: Bekäme man in Italien statt jämmerlichem Frühstück immer eine Frigga, hätte man nicht so an Verlust zu leiden.

      • Antworten

        weltraumaeffchen

        Mai 12, 2017

        wie gibt’s das, dass Ihr alle abgenommen habt, ich tu nichts anderes als Wandern und Fressen .. wenn es so weiter geht, pass ich bald nicht mehr durch die Viehsperr-Wanderweg-Durchgänge 🙁

    • Antworten

      weltraumaeffchen

      Mai 12, 2017

      Moment … Du bist ohne Frigga durch Kärnten durch? Ich glaube Du musst da noch was aufholen, bevor es zur Phase II geht 🙂

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Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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