Ein Sommerspaziergang Phase 2

Wir sind am See!

By on Mai 27, 2017

Wenn mich in der Früh jemand gefragt hätte, wo ich denn heute schlafen würde, wäre meine Antwort „keine Ahnung, hoffentlich in Zürich“ gewesen. Dass ich es bis zum Lago Maggiore schaffe, hätte ich nie im Leben gedacht.

Der Tag hat jedenfalls gezwungenermaßen sehr gemütlich angefangen, da ich auf den Führerschein, den Tom gestern in Wien weggeschickt hat, warten musste. Bis 12:00 hätte er spätestens im Nala ankommen sollen und spätestens bei der Post ist frühestens bei der Post, also wusste ich, dass ich mir Zeit lassen kann. Der Wecker war auf 8:00 gestellt, um 6:00 war ich munter, um 7:00 konnte ich nicht mehr liegen bleiben. Dafür habe ich dann gut 2h gefrühstückt. Nach dem Auschecken haben wir es uns auf der Dachterrasse des Nala gemütlich gemacht und gewartet. Planen konnte ich nicht viel, da ich ja keine Ahnung hatte, wann ich wo sein würde, also habe ich mal ein paar Bewertungen nachgeholt und einfach das “Nichtvieltun” genossen. Eigentlich war das gar nicht mal so schlecht. Aber ich weiß, auf Dauer würde ich das nicht aushalten und die Pupsen auch nicht … aber den kleinen Vorsatz, ab und zu mal einen “Nichtvieltun”-Tag einzulegen, werden wir mal im Hinterkopf behalten … ich muss ja eh Zeit schinden und dem Schnee die Möglichkeit geben zu schmelzen.

Pünktlichst um 12:00 war er dann da und die Reise ging weiter.

Am Bahnhof kam dann die große Überraschung. Ich ging zum Schalter und meinte ich hätte schon vorgestern gefragt und wüsste, dass es schwierig sei, aber ich bräuchte ein Zugticket für mich und meine zwei vierbeinigen Begleiterinnen von Innsbruck nach Bellinzona. Der Herr verneinte gleich, er hat das Gespräch eh auch mitbekommen. Wir buchten mal nach Zürich und er gab mir ein Ticket für eine Person von Innsbruck in die Schweiz. Ich fragte dann, ob ich kein Ticket für die zwei Hunde brauche. Er war sich nicht sicher, was das Beste sei. Da gibt es dieses internationale Hundeticket und das sei teuer, aber ich kann es kaufen. Klitzekleine Fragezeichen erschienen wohl langsam in meinen Augen. Gibt es denn die Option kein Ticket für den Hund zu kaufen?! Er meinte dann irgendwie nur bis zur Grenze ein österreichisches Ticket und dann im Zug das Weitere. Meine Fragezeichen wurden immer größer. Und dann wagte ich die Frage. Kann ich denn ein internationales Hundeticket für die zwei bis nach Bellinzona kaufen. Ja klar, war die Antwort!!! Wenn ich nicht einen mind. 19kg schweren Rucksack am Buckel gehabt hätte und zwei Hunde an der Leine, dann wäre ich wohl über den Schalter gesprungen und hätte einen Mord begangen oder zumindest irgendwem die Augen ausgekratzt oder was auch immer.

Wobei die Herren des ÖBB Ticketschalters es wahrscheinlich nur gut gemeint haben, zumindest möchte ich das jetzt glauben, sonst muss ich endgültig an der Intelligenz der ÖBB Mitarbeiter zweifeln. In Tirol ist es so, dass Hunde gratis fahren. Weder im Zug Innsbruck-Brenner und Retour, noch in den jeweiligen Bussen bei meinen Talfahrten habe ich je etwas für die Hunde gezahlt. Die Vorstellung, dass man für den Hund ein Halbpreisticket kauft, war wohl für die zwei Herren, die mich an den jeweiligen Tagen beraten haben, nicht begreifbar. Offenbar gilt ähnliches für die Damen an der Hotline und für das Handy APP, welches somit sehr menschlich wirkt.

Jedenfalls hatte ich dann mein Ticket bis nach Bellinzona für uns drei in der Hand und konnte entspannt noch einen Cache und einen Smoothie holen, bevor ich um 13:50 dann die Zugreise antrat.

Es ging dann alles sehr schnell. Wir hatten eine tolle Verbindung, mussten kaum wo länger warten bzw. ganz im Gegenteil uns beeilen, um die Anschlusszüge zu erwischen. Es gab auch überhaupt keine Probleme bezüglich Hunde im Zug, in der Schweiz herrscht sogar keine Maulkorbpflicht und ich wurde des öfteren vom Schaffner gefragt, ob es denn meinen Begleiterinnen gut geht. 🙂 Um 19.49 stiegen wir dann in Gordola aus, wo ich im Zug, bevor uns das österreichische Netz verließ, noch eine Unterkunft für heute gefunden habe. Die Auswahl war nicht groß, ich nahm einfach das günstigste in Z-Nähe, welches WLAN hatte und Hunde wollte. Günstig in der Schweiz ist ein sehr dehnbarer Begriff … das Nala im Vergleich war wirklich günstig.

Jetzt waren wir dann also mehr oder weniger überraschenderweise am Lago Maggiore, nicht wirklich darauf vorbereitet. Nicht nur fehlen die ganzen Offlinekarten und die Daten der Geocaches, auch die richtigen Münzen sind noch nicht vorhanden. Aber den größten Schock hatte ich wohl als ich die Steckdosen sah – dreieckig, das kann nichts Gutes bedeuten. Für heute half mir mal das Hotel mit einem Adapter aus, aber morgen muss ich wohl noch einen Abstecher in ein Einkaufscenter machen. Ich hoffe, dass sich in diesem Touristenörtchen so etwas finden lässt und dass es nicht zu schwer ist. 🙂

Da wir zwar viele km zurückgelegt haben, aber kaum km gegangen sind, machten wir noch einen kurzen Abendspaziergang. Eigentlich wollte ich zum See, aber die Gelsen und die späte Stunde ließen mich doch früher umdrehen. Der See kann bis morgen warten. Aber das Schweizer Souvenir (*) hab ich. 🙂

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 4,12
überwundene Höhenmeter: 20 bergauf / 20 bergab
höchster Punkt: 200m – Gordola
tiefster Punkt: 200m – Gordola
Stunden unterwegs: 1

absolvierte Stages: 0
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten:
davon Übernachtung:
Essen für Tiere:
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Hotel Rotonda
Route auf Komoot

Route

Begriffsklärung
Ein Souvenir ist ein Badge, welches man für sein geocaching Profil sammeln kann. Es gibt für alle möglichen Okkasionen Souvenirs, z.B.
wenn man am Earth Cache Day einen Earth Cache findet oder am PI-Day (14. März) einen Geocache loggt. Damit will man Geocacher, die schon länger nichts gemacht haben wohl motivieren wieder mal raus zu gehen und einen Cache zu suchen oder brave Geocacher belohnen.Ich finde das nett,
aber das ich eine Sammlerin solcher Sachen bin, ist ja kein Geheimnis. Jedenfalls gibt es für jedes Land auch ein Souvenir, d.h. sobald man den ersten Cache in einem Land loggt, gibt es ne Belohnung … und beim heutigen Abendspaziergang habe ich den ersten Cache in der Schweiz gehoben!

Das Schweizer Souvenir

TAGS
RELATED POSTS

LEAVE A COMMENT

Höhe statt Ferne

zur StoryView more

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

Email-Benachrichtigung
Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, trage Dich bitte hier ein (wird NUR für diesen Zweck verwendet).
geocaching … what else?!
Tagebuch
August 2022
M D M D F S S
« Jul    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031