Ein Sommerspaziergang Phase 1

Von Hütten und Hüttenwirten

By on April 30, 2017

Es ist schon spannend, dass die Hütte bzw. der Tag auf den ich mich in der ersten Woche am meisten gefreut habe, drohte der Enttäuschendste zu werden.
Ich bin nun im Koschutahaus, …. aber alles der Reihe nach.

Zuerst gab es mal super leckere, selbstgemachte Marmelade zum Frühstück bei Fini und ein nettes Plauscherl. Nach einem gemütlichen Morgen, der aber einen späten Aufbruch zur Folge hatte, bin ich dann quasi zum Koschutahaus „gelaufen“. Das war leicht machbar, denn der Weg hier rauf war entlang eines Forstweges, nur das letzte Stück über die Stage des Mejniksattels und eines weiteren Caches war ein Bergwanderweg.

Knapp vor 13:00 war ich dann da, aber ich hatte schon die ganze Zeit Zweifel bezüglich des Klettersteigs. Michi, der Hüttenwirt, meinte dann auch, der Klettersteig selbst ist sicher kein Problem, aber der Zutritt ohne Steigeisen ist eher nicht schaffbar. Ehrlich gesagt, hatte ich auch keinen Bock auf viel Schnee und frieren und vor allem auf allein dort rauf gehen. Also habe ich die Idee gleich wieder verworfen … und saß dann auf einer Hütte ohne Internet mit sehr netten, aber beschäftigten Hüttenwirten etwas deprimiert fest.

Die Hütte selbst ist schon sehr cool, genau das was man sich unter einer Berghütte vorstellt, 
bzw. hier die neu renovierte, saubere, gepflegte und schöne Variante einer Berghütte:

  • außen aus Stein,
  • innen aus Holz,
  • mit Stockbetten
    ich schlafe in einem 8 Bett Zimmer, aber allein
  • Etagenduschen
    auch die habe ich ganz für mich allein
  • einer gemütlichen Gaststube
    die ich mit ständig wechselnden Wanderern teile
  • deftigen Jausenspeisen
    zum Kaffee hatte ich nen Koschutta Indianer = Schlagobers mit Schlagobers und Schlagobers, und ein bisschen Schoko 🙂
    zum Abendessen eine Bretteljause, das klang noch nach der kleinsten Speise, aber ich werde wohl die nächsten drei Tage davon zehren – einen Teil gegessen, einen Teil schon für die morgige Wanderung eingepackt
    auch die Wuffis haben das bestellte Huhn bereits geschnitten auf Tellern serviert bekommen

Michi und Magdalena sind auf jeden Fall sehr bemüht und aufmerksam gewesen, aber mit ihren Stammgästen beschäftigt.

 Irgendwie hätte ich vielleicht doch runter gehen sollen und den Tag wieder aufholen, den ich verloren habe, aber dann wollte ich hier nicht absagen. Habe dann auch versucht die morgige Tour so umzuplanen, dass ich ein Gasthaus weiter wandere, aber 26km, 1600HM … ich weiß nicht, ob ich mich das mit den Pupsen trau ….
und die Tatsache, dass ich jetzt wahrscheinlich gar keinen Klettersteig mache, ist halt auch etwas deprimierend …. Die letzte Draufgabe war dann die traurige Nachricht vom Radmarathon. 🙁

…. Aber zumindest komme ich früh ins Bett, auch mal was nettes.

Hüttenbewertung

Ohne Internet war auch arbeiten nicht möglich, aber es gab etwas, das ich schon länger machen wollte. Jetzt wandere ich seit einer Woche von Pension, zu Gasthaus, zu Hütte und es wird Zeit, diese mal Revue passieren zu lassen, d.h. ich habe mir überlegt, ab jetzt noch einen kleine Unterkunftsbeschreibung- und bewertung anzuhängen, für mich als Erinnerung, für meine Nachfolger als Hilfe bei der Planung und für Euch, um Euch vorstellen zu können, wo ich denn so meine Nächte verbringe.

Und so habe ich die Zeit genützt und zu jeder Unterkunft etwas zusammen geschrieben, das ich, sobald ich wieder Netz habe, auch bei den anderen Tagen nach und nach ergänze.

Alle Bewertungen werden dann unter Unterkunftsbewertung zu finden sein.

Neue Freunde

Dann entwickelte sich der Abend aber gar nicht mal so schlecht. Ich war nochmal kurz mit den Wuffis spazieren und schon allein die Abendstimmung in den Bergen war es wert, hier zu bleiben. Man kann es gar nicht so richtig beschreiben, ich probier’s trotzdem:
die Berggipfel, die stückweise von dem Rot der untergehenden Sonne eingefärbt werden und dazu die frische Luft, gefolgt von einem Verstummen der Natur und dann wird alles immer dunkelblauer und die Sonne ist weg … einfach schön.

Wieder in der Hütte habe ich zum ersten Mal andere „Wanderer mit großem Rucksack“ getroffen. Sie sind nur eine Woche unterwegs und mit Zelt, denn sie üben für eine Expedition auf einen 7000er im Herbst. Wir haben uns etwas über die Routen ausgetauscht und da sie vom Ferlacher Horn kommen, wo ich morgen drüber wollte, weiß ich jetzt, dass ich das nicht auf einmal gehe. Dann kam das Gespräch schnell auf die Hunderasse Akitas und wurde zum Hauptthema.

Und dann kehrte als letzter Gast Charlie ein, der gerade seinen Abendspaziergang mit den Hunden beendete und noch ein Seiterl trinken wollte. Als Organisator des Karawanken Radmarathons und auch etlicher mehrtägiger Karawanken Radtrips kennt er die Gegend hier wie seine eigene Westentasche und war gleich mit sehr informativen und hilfreichen Tipps zur Stelle. So vielen, dass ich sie mir gar nicht alle gemerkt habe und nur das bisserl, was ich aufgeschrieben habe, hängen geblieben ist. Aber wir sind schon auf facebook in Kontakt und ich bekomme die Tips nun schriftlich. 🙂

Auch Michi und dann kurz Magdalena, die aber eigentlich mit Vorbereitungen für ein Fingerfood Catering am nächsten Tag beschäftigt war, gesellten sich zu uns und es wurde doch noch ein sehr netter Abend mit Gesprächsthemen rund ums Gastgewerbe, Haustiere und Weitwandern.

Aus früh schlafen gehen ist wieder nix geworden 🙂

Tagesstatistik
zurückgelegte km: 8,62
überwundene Höhenmeter: 670
höchster Punkt: 1520M – Mejnik
tiefster Punkt: 850m – Zell Schaida
Stunden unterwegs: 3

absolvierte Stages: 1
gefundene Geocaches: 1
davon T5: 0

Kosten:75,10
davon Übernachtung: 33
Essen und Trinken auf der Hütte: 35,10
Essen für Tier auf der Hütte: 7,00
Links

Fotos von heute
zur Unterkunftsbewertung
Route auf Komoot
Koschutahaus

Route

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1 Comment
  1. Antworten

    Apollo

    Mai 2, 2017

    Ich erinnere an die Erkenntnisse von vor ein paar Tagen.
    Dann brauchst du nicht deprimiert sein..
    😗

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Höhe statt Ferne

zur Story

 

2017 war für mich das Jahr der weiten Wanderung – in 100 Tagen ging ich von Graz nach Monaco.

Als ich damals im Piemont am Monte Rosa vorbeigewandert bin, wusste ich … irgendwann werde ich diesen Gebirgszug nicht nur aus der Ferne betrachten. Aus “irgendwann” wurde “sehr bald” …

… und so habe ich 2018 meine Prioritäten anders gelegt und mich unter dem Motto “Höhe statt Ferne” kürzer, dafür höher nach oben orientiert und auf einer zweitägigen Tour meine ersten 4.000er Gipfel bestiegen und auf der höchsten Berghütte Europas übernachtet.

In meinem Tagebuch kannst Du über dieses besondere Erlebnis nachlesen.

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